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Junge Politiker streiten um junge Menschen

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Zwei junge Politiker – Taina Bofferding (LSAP) und Serge Wilmes (CSV) stehen am Donnerstag 240 Abiturienten in Diekirch Rede und Antwort und führen Wahlkampf. Alles dreht sich um junge Menschen und um ihre Zukunft.

In einer Gegenüberstellung der beiden Jungpolitiker Taina Bofferding (LSAP) und Serge Wilmes (CSV) im Diekircher Lycée Classique drehte sich am Donnerstag alles um junge Menschen und ihre Zukunft. Im RTL „Face-à-face“ standen die Vertreter von LSAP und CSV den 240 Abiturienten Rede und Antwort und führten dabei knallharten Wahlkampf.

Bei der Gegenüberstellung standen die Themen Bildungspolitik, Arbeitsmarkt und Orientierung, Jugendarbeitslosigkeit und Wohnungswesen auf der Tagesordnung.

Bildungspolitik

Beim Thema Bildungspolitik pocht die LSAP auf Chancengleichheit. Wichtig sei die persönliche Betreuung der Schüler sowie eine gute Vorbereitung auf die Berufswelt, so Taina Bofferding. Wichtig sei es am Ende der Schulzeit, ein Diplom in der Tasche zu haben.

Dieser Tatsache schloss sich auch Serge Wilmes an, dessen konservative Partei mit dem Spruch „Loscht op léieren“ in den Wahlkampf geht. Für die CSV sei es wichtig, die Schulreform zu einem Ende zu bringen, so Wilmes.

Arbeitsmarkt

In Bezug auf den Arbeitsmarkt hob Bofferding die Rolle der Maison d’Orientation hervor und erläuterte die Wichtigkeit des Tutorats – Personen, die die Schüler in ihrer Orientierung begleiten. Die CSV möchte auf der Stärke der Schüler aufbauen und ebenfalls die Orientierung verbessern. Demnach soll die Berufswelt näher an die Schulwelt herangebracht werden.

Beim Thema Religionsunterricht gingen die Meinungen der beiden Politiker weit auseinander. Zur Debatte stand der Werteunterricht, den die CSV in den Sekundarschulen einführen möchte. Dabei beharrte Wilmes darauf, dass Religion in der Grundschule ein Grundrecht sei. „Wieso nicht den Religionsunterricht auch in der Grundschule abschaffen?“, fragte Bofferding.

Das Beibehalten des Religionsunterrichtes in der Grundschule erklärte Wilmes damit, dass Eltern das Recht auf die religiöse Erziehung ihrer Kinder haben. Dieses Recht sei in der UN-Menschenrechtskonvention verankert.

Jugendarbeitslosigkeit

Die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch. Auch in Luxemburg sind viele junge Menschen zwischen 18 und 25 arbeitslos. Abhilfe sollen die Vorschläge in den Wahlprogramme schaffen: Die LSAP schafft die Jugendgarantie, die CSV den Jobpass.

Während Bofferding der Ansicht ist, dass Jugendliche sich ihre Arbeit selber aussuchen und sich keineswegs einen Job aufzwingen lassen sollten, ist Wilmes der Auffassung, dass man in einer solchen Situation jede Arbeit annehmen sollte. Aber auch innerhalb der Arbeitswelt hätten besonders junge Leute ungenügend Sicherheiten. Perspektivlosigkeit durch das Ausgeben von befristeten Arbeitsverträgen (CDD).

Wohnungswesen

Das Problem beim Wohnungswesen in Luxemburg, sei der Mangel an bezahlbaren Wohnraum, so Bofferding. Aus diesem Grund überlegt sich die LSAP, Steuern auf leerstehende Häuser sowie auf unbebaute Bauplätze zu erheben.

Die CSV wirbt mit dem Wahlspruch „Wohnen ist ein Menschenrecht“ und weist auf den „Pakt Logement“ hin, den die Konservativen aufgestellt haben. Taina Bofferding kritisiert an die Adresse der CSV, dass in dieser Hinsicht in den letzten 30 Jahren nicht viel passiert sei.