Im Rahmen der Arbeiten zur Instandsetzung der Laurentiuskirche in Diekirch, genauer gesagt in „aal Dikkrich“, wurde auch das Dach und der Kirchturm neugestaltet. Auf der Turmspitze stand ein Kreuz mit einem Hahn. Beide waren in einem schlechten Zustand und wurden deshalb abmontiert.
" class="infobox_img" />Der Esel soll verschwinden, meint man im Kulturministerium. (Foto: Roger Infalt)
Als Ersatz dachte man im Diekircher Schöffenrat an das Wahrzeichen der Distriktshauptstadt, der Esel. Gesagt, getan. So ziert ein munterer Esel seit Wochen den Turm der Kirche, in der seit vielen Jahren nur mehr Konzerte und Ausstellungen stattfinden. Religiöse Zeremonien werden seit langem nicht mehr dort zelebriert. Es gab wohl Leute, die sich in den letzten Jahren in dieser kleinen Kirche das Ja-Wort geben wollten, doch sie wurden darauf aufmerksam gemacht, dass es dafür eine Dekanatskirche in Diekirch gibt, ein Gotteshaus, in das die Gemeinde – nebenbei bemerkt – kürzlich über vier Millionen Euro für Restaurationsarbeiten investiert hat.
Gegenkampagne
Obschon es viele einheimische Bürger gibt, die die Idee mit dem Esel auf dem Turm der Laurentiuskirche begrüßten, wurde aus einem Teil der Bevölkerung heraus eine Gegenkampagne gestartet. Bei den Diskussionen ging es vor allem um das fehlende Kreuz und nebenbei um die ebenso fehlende offizielle Erlaubnis des zuständigen Ministeriums für das Aufstellen der Eselsfigur.
Am Freitag erhielt LSAP-Bürgermeister Claude Haagen einen Brief der CSV-Kulturministerin Octavie Modert. „Je ne puis tolérer l’altération grave que constitue, au niveau du clocher de ladite église, le remplacement de la croix et du coq par un âne qui a été effectué de surcroît sans demande préalable telle requise par la loi du 18 juillet 1983 concernant la conservation et la protection des sites et monuments nationaux, art. 10.“
Das Kreuz mit dem Kreuz
Für die Gemeindeväter aus Diekirch, die seit Monaten auf eine Entscheidung der gleichen Ministerin in einem Dossier betreffend „billiges Wohnen“ warten, kommt es im Schreiben der Ministerin aber noch dicker: „Cette altération illégale me met par ailleurs dans l’impossibilité de pouvoir subventionner les travaux de restauration de ladite église …“ Der Bürgermeister solle dafür Sorge tragen, dass das Kreuz und der Gockel wieder an seinen Platz kommen.
Auf Moderts Brief angesprochen gab Bürgermeister Haagen dem Tageblatt gegenüber am Montag folgendes zu verstehen: „Ich nehme diesen Brief zur Kenntnis“. Im Kern der Stadt hörte man am Montagnachmittag fast immer die gleichen Worte, begleitet mit heftigem Kopfschütteln: „Kennt diese Ministerin, kennt unser Land keine wahren Probleme, die gelöst werden müssten?“
Das Klamaukstück rund um das Kreuz und den Gockel wird wohl noch länger das Volk amüsieren. Fraglich ist es, ob, und wenn ja wann der Esel wieder Boden unter die Füße bekommt, sicher ist aber, dass diese Geschichte bereits jetzt für die Nachkommen niedergeschrieben ist.
(Roger Infalt/Tageblatt.lu)
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können