Nur wenige Luxemburger erreichen eine solche Bildungsspitze wie Duc Alexandre Fehr. Doch ausgerechnet er bekommt eine finanzielle Unterstützung vom „Fonds national de la recherche“ verweigert. Fehr hat nach seinem Master-Abschluss in Frankreich den Weg in die USA eingeschlagen. Dort startete er 2007 sein PhD (Doktorat) zu einem innovativen Forschungsprojekt in „Computer Science“.
" class="infobox_img" />Duc Alexandre Fehr.
Eigentlich stünden dem Luxemburger Doktoranten knapp 40.000 Euro pro Jahr an finanzieller Unterstützung zu. Doch der „Fonds national de la recherche“ führt als Hauptgrund für die Absage „unklare und widersprüchliche Datumsangaben“ an. „Ich habe beim Datum wohl nicht aufgepasst“, so der Studierende gegenüber Tageblatt.lu.
Von „gut“ bis hervorragend
Abgesehen vom Datum wurde das Forschungsprojekt des Luxemburgers seitens des FNR sehr gelobt. Von „gut“ über „innovativ“ bis zu „hervorragend“ lauten die Bewertungen der einzelnen Kriterien des Projekts.
Nach dieser ersten Absage probiert Duc Fehr sein Glück erneut, sechs Monate später. Der Fehler mit dem Datum soll nicht noch einmal passieren. Der angehende Doktor gibt aus diesem Grund nur ein einziges Datum an. Doch dies verwirrt den FNR wohl noch mehr. In der zweiten Absage heißt es: Das Projekt beinhalte keine neuen Aspekte. Auch sei nicht klar, welche Fortschritte seit 2007 gemacht wurden. Nichts sei am Projekt geändert worden. Im Vergleich zum ersten Antrag änderte der Antragsteller das Vorlagedatum (submission date) von 2012 (oder Mitte 2013) auf Mitte 2014 ohne Erklärung. Das Projekt habe zu viel Zeit in Anspruch genommen.
Fünf bis sechs Jahre
Dabei braucht man, laut Studentenberichten, für ein PhD in den USA in der Regel 5 bis 6 Jahre. In Europa sind maximal vier Jahre für ein Doktorat vorgesehen. Bei der Eintragung zum PhD bekam Duc ein Studentenvisum für die Dauer von 7 Jahren.
Mittlerweile hat der Luxemburger sein Doktorat abgeschlossen und seine Abschlussarbeit erfolgreich verteidigt. Trotz nicht erhaltener Zuschüsse vom Luxemburger Staat während den ganzen Jahren sieht sich der Akademiker nun auch seiner „post-Doc“- Unterstützung beraubt. Telefonisch erklärte man ihm, er könne die zweijährige „post-Doc“- Beihilfe von rund 55.000 Euro jährlich nicht bekommen, wenn er dieses Vorhaben in den USA angehe. Ein Darlehen gebe es nur, wenn er sein post-doc in einem anderen Land absolviere.
Duc Fehr hat aber bereits einen Arbeitsvertrag für seinen „post-doc“ in New York. Dort verdient er umgerechnet 30.000 Euro. „Das mag nach viel Geld klingen, doch in New York macht man damit keine großen Sprünge“, so Fehr. gegenüber Tageblatt.lu. „Ich brauche keinen Luxus, aber zum Leben reicht diese Summe in dieser Großstadt nicht aus.“ Trotz Masterabschluss, Doktortitel und „post-doc“ ist der Luxemburger Akademiker finanziell immer noch von seinen Eltern abhängig. „Die Motivation, irgendwann nach Luxemburg zu kommen, nachdem man als Akademiker so vom FNR behandelt wurde, ist schwindend gering geworden», verrät uns Fehr.
Zu Demaart
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