HNCA wird mit 35 Prozent an der Frachtgesellschaft Cargolux beteiligt. Der Verwaltungsrat von Cargolux stimmte am Freitag der Vereinbarung zu. HNCA übernimmt jene Anteile, die der Luxemburger Staat vor fast einem Jahr von Qatar Airways zurückgekauft hatte. Der Deal wurde mit 9 Stimmen gegen 4 angenommen. Vier Salariatsvertreter stimmten dagegen, einer für den Vertrag. Dagegen waren die drei OGBL-Leute und einer der zwei LCGB-Vertreter.
Der Deal bedarf noch der Zustimmung der chinesischen Behörden. HNCA wird zweitstärkster Aktionär hinter der Luxair.
Ob die Entscheidung jedoch rechts ist, ist zumindest bei den Salariatsvertretern umstritten. Der Gemischte Betriebsrat war am Vormittag nicht in der Lage, sein Gutachten dazu abzugeben. Dies ist jedoch von Gesetzeswegen erfordert. Der Betriebsrat ist paritätisch aus Belegschafts- und Direktionsvertretern zusammengesetzt.
Ein Gutachten in dreißig Minuten
Den Mitgliedern des Betriebsrats sei das Dokument am Freitagmorgen um 11 Uhr vorgelegt worden und sie hätten sich bis 11:30 Uhr dazu äußern müssen, so ein aufgebrachter Hubert Hollerich (OGBL). Das sei einfach unmöglich gewesen. Beim Abkommen handelt es sich um ein 17 Seiten starkes Dokument. Sogar die Direktionsvertreter seien nicht über den Inhalt der Abmachung informiert gewesen. Man habe die Vereinbarung noch nie zuvor gesehen. Geleitet wird der Betriebsrat von Cargolux-Verwaltungsratpräsident Paul Helminger.
Enttäuscht ist der OGBL-Sprecher nicht nur über diese Art von Sozialdialog. Kritik äußert Hollerich auch gegenüber dem neuen Nachhaltigkeitsminister François Bausch («déi gréng»). Er hatte den Gewerkschaften vor einer Woche versprochen, ihnen eine schriftliche Job-Garantien vorzulegen. Bis Freitag lag nichts vor.
Der OGBL will am Montag das Abkommen zusammen mit einem Ökonomisten der Beschäftigtenkammer CSL näher studieren.
Zu Demaart
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