«Die Maßnahme visiert zwar die Bauträger, die Leidtragenden werden allerdings das Handwerk und die Mieter sein», kritisierte am Donnerstag der Generalsekretär der «Fédération des Artisans», Romain Schmit.
Um diese Aussage zu untermauern, hat die Föderation eine Umfrage bei rund 500 Betrieben, die im Bausektor tätig sind, durchgeführt. Für 23 Prozent der befragten Betriebe stellt der Anteil von Mietwohnungen bei Neubauten die Hälfte der Aktivität dar. Für 26,5 Prozent sind es sogar mehr als 50 Prozent. Der Anteil von Mietwohnungen bei Renovierungen stellt für 22 Prozent der Befragten die Hälfte dieser Aktivität dar und für 43 Prozent sind es mehr als die Hälfte.
Die Umfrage zeigt zudem, dass es bei den Handwerksbetrieben eine Reihe von Befürchtungen gibt. Sie gehen nämlich davon aus, dass es in mehreren Bereichen negative Folgen geben wird. 75 Prozent der Befragten geben an, mit großen Auswirkungen für ihren Betrieb zu rechnen, sollte die Mehrwertsteuer auf Zweitwohnungen von 3 auf 17 Prozent angehoben werden. Sie rechnen mit negativen Konsequenzen beim Umsatz sowie den Neueinstellungen.
Schwarzarbeit wird zunehmen
Zudem sind jeweils über 80 Prozent der Betriebe der Meinung, dass die Mehrwertsteuererhöhung zu einer Reduzierung der Investitionen, einem generalisierten Anstieg der Wohnungspreise sowie einer Erhöhung der Mieten führen wird. 89 Prozent zeigen sich überzeugt, dass verstärkt auf Schwarzarbeit zurückgegriffen werden wird.
Anstatt höherer Steuern müsse das Angebot an Wohnungen ausgebaut werden, fordert die Handwerksföderation. Derzeit würden rund 6.000 neue Wohneinheiten pro Jahr benötigt, während nur 2.800 gebaut werden, rechnete Romain Schmit vor.
Aufgrund einer ersten Analyse des sektoriellen Wohnungsplans bemängelt die «Fédération des Artisans», dass die vorgesehenen Flächen nicht ausreichen, um der geschätzten Nachfrage gerecht zu werden.
Übergangsregeln
Die Handwerksföderation fordert den Rückzug der angekündigten Maßnahme. Sollte das Vorhaben dennoch umgesetzt werden, wird zumindest auf Übergangsregeln gehofft, die es ermöglichen sollen, dass für bereits begonnene Projekte weiterhin die niedrige Mehrwertsteuer gilt.
Im Herbst will die «Fédération des Artisans» den Druck jedenfalls nochmals erhöhen. Sie hofft bis dahin noch weitere Verbündete gegen die TVA-Erhöhung zu finden und schließt nicht aus, dass es auch innerhalb der Regierungsparteien eine gewisse Ablehnung gegen das Vorhaben geben könnte.
Michelle Cloos/Tageblatt.lu
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