Am Mittwoch wurde der Gesetzentwurf zur Reform des Sekundarunterrichts vom Ministerrat angenommen. Die Grundlinien waren Mitte April von der Unterrichtsministerin Mady Delvaux-Stehres vorgestellt worden. Ab Herbst 2014 soll die Reform voraussichtlich greifen.
Zu den zahlreichen Änderungen gehört unter anderem die Umbenennung des technischen Unterrichts in «enseignement général». Demnach werden die jeweiligen Stufen wie im klassischen Sekundarunterricht von 7ème bis 1ère, anstatt wie bisher von 7ème bis 13ème abgezählt. Das «préparatoire bleibt weiterhin bestehen. Allerdings verschwinden im neuen, technischen Lyzeum die pädagogischen Fachrichtungen wie das „polyavalente“, „technique“ und „pratique“. Sie werden durch ein Differenzierungssystem ersetzt. Auch haben Schüler die Möglichkeit, sich ab der 4. Klasse in fünf Fächern zu spezialisieren. Im Angebot stehen Wirtschaft und Kommunikationswissenschaften, Biologie, Ingenieurwesen, Kunst und visuelle Kommunikation sowie Geisteswissenschaften und Soziales. Auf 2ème stehen neun Sektionen den Schülern zur Wahl. Das Tutorat wird für 7ème, 6ème und 5ème Schüler obligatorisch.
Der klassische Unterricht
Im klassischen Sekundarunterricht bleibt die untere Struktur weiterhin bestehen. Lediglich bei den oberen Klassen ändert sie sich. Der Schüler kann demnach ab 3ème zwischen vier Fachrichtungen wählen. Dies sind Kunst und Musik, Naturwissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Geisteswissenschaften und Literatur. Lediglich auf der 7. Klasse wird ein obligatorisches Tutorat eingeführt.
Auf 2ème müssen die Schüler eine Hausarbeit erstellen, die für die Beförderung des Schülers berücksichtigt wird.
Altes Benotungsystem bleibt
Die Arbeiten werden weiterhin mit 60 Punkten benotet. Auch dürfen nur zwei ungenügende Noten kompensiert werden. Der Schüler darf nicht mehr als zwei Nachexamen schreiben. Die automatische Beförderung von 7ème auf 6ème, wie ursprünglich vorgesehen, fällt weg. Das Sitzenbleiben wird durch eine Konvention zwischen Schule und Eltern besser koordiniert.
Der Gesetzentwurf sieht auch eine Reduzierung der Zahl der Arbeiten beim Abschlussexamen vor. Laut neuer Reform, brauchen die Schüler nur noch acht Prüfungen zu schreiben.
Der Gesetzesentwurf wirde am Mittwoch vom Ministerrat angenommen. Voraussichtlich wird die reform ab Herbst 2014 greifen.
Zu Demaart
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