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Gewerkschaft droht mit «Bummelstreik»

Gewerkschaft droht mit «Bummelstreik»

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LUXEMBURG - Ab Donnerstagabend könnte es zum "Bummelstreik" oder genauer "Dienst nach Vorschrift" der Cargolux-Piloten kommen. Es sei denn, die Direktion stimmt einer Jobgarantie zu.

Seit Montag liegt der Generaldirektion der Cargolux ein 11-seitiges Schriftstück des LCGB vor. Darin soll das Unternehmen sich verpflichten, die Arbeitsplätze der Frachtfluggesellschaft in Luxemburg zu garantieren. Betroffen wären rund 1100 Posten. Sollte die Direktion das Dokument bis Donnerstagabend nicht unterschreiben, wollen die Piloten in den Bummelstreik treten, so Aloyse Kapweiler vom LCGB. Dienst nach Vorschrift werde man das nicht nennen können, heißt es, denn man halte sich stets an die Vorschriften. Nur würden die Piloten auf freiwillige Zusatzleistungen verzichten, etwa zum Dienst anzutreten, obwohl man Ruhetag hat. Das könnte zu Verzögerungen im Flugplan führen.

Die bei der Cargolux tonangebende Gewerkschaft hat auf eine Beteiligung an der LCGB-Aktion, die vor allem auf Druck der Pilotengewerkschaften zustandekam, verzichtet. OGBL-Verhandlungssekretär Hubert Hollerich erklärte dies am Mittwochabend mit dem Verweis auf die bevorstehenen Kollektivvertragsverhandlungen. Man wolle sich zuerst anschauen, was von Seiten der Direktion auf dem Tisch kommt.

Zweite Maschine für Cargolux Italia

Hintergrund der Aktion des LCGB ist der Transfer einer zweiten Boeing 747-400 an die italienische Tochtergesellschaft Cargolux Italia. Am Donnerstagmorgen soll die Maschine Richtung Mailand starten. Die Gewerkschaften befürchten eine schleichende Auslagerung von Aktivitäten von Luxemburg nach Mailand. Insbesondre die mit dem LCGB kooperierende Pilotenvereinigung ALPL blickt einer möglichen Konkurrenz durch «billigere» Arbeitskraft mit Sorgen entgegen.

Die Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Direktion befinden sich derzeit auf dem Tiefpunkt. Streitobjekt ist der neue Kollektivvertrag. Die Cargolux-Führung möchte die Kosten drücken, unter anderem beim Personal, was auf Widerstand der Gewerkschaften stößt. Am 30. September treffen sich die Seiten zu einer ersten Verhandlungsrunde. Dabei soll es Informationen über die aktuelle wirtschaftliche Situation bei der Gesellschaft geben.

Die Delokalisierungsbestrebungen bei Cargolux werden Thema einer Unterredung des OGBL am 20. Oktober mit Beschäftigungsminister Nicolas Schmit (LSAP) sein. Diskutiert werden soll auch die Personalpolitik bei Luxair. Fast ein Fünftel der Belegschaft steht unter Zeitarbeitsvertrag oder wurde aus Interim-Firmen rekrutiert.