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LUXEMBURG - Die Trennung von Kirche und Staat bleibt ein Reizthema in Luxemburg. Es spaltet die Gesellschaft – auch im 21. Jahrhundert. Am Dienstag befasst sich auch das Parlament mit der Frage.

Die Information, dass am kommenden Dienstag 5.250 Unterschriften einer Petitionsliste für die Trennung von Kirche und Staat an Parlamentspräsident Laurent Mosar überreicht werden, sowie die Ergebnisse einer Umfrage der AHA bei den Abgeordneten, haben auf Tageblatt.lu für etliche Kommentare gesorgt. Sie betonen den tiefen Riss, der in dieser Frage durch die Gesellschaft geht.

Die Kommentare reichen von der vollen Unterstützung der Petitionsunterzeichner bis zur radikalen Ablehnung der Forderung nach Trennung von Kirche und Staat. Auch die Zahl der Unterzeichner wird als Argument gegen die Trennung von Kirche und Staat angeführt. 5.000 von 500.000? Das ist knapp ein Prozent, so ein Kommentator. Auch Sport sei eine Privatangelegenheit, und er sehe nicht ein, warum er mit seinen Steuergeldern ein Stadion oder ein Velodrom mitfinanzieren müsse.

Viele Feiertage

Andere wiederum erinnern an die vielen Feiertage, die auf religiöse Feste zurückzuführen sind. Dem wird entgegnet, dass man für freie Tage nicht der Religion bedürfe. Ohnehin habe die katholische Kirche die Feiertage der Ungläubigen übernommen.
An die Wertevermittlung durch die Religionen erinnert Änder. Aus dem Judentum, dem Christentum und dem Islam entstammten nahezu alle ethischen Richtlinien der Menschheit. Wo der Mensch Hand anlege, entstehe nur „Mist“.

Die Diskussionen werden am Dienstag im Parlament fortgeführt werden. Auf Initiative von „déi gréng» soll zum Thema des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat diskutiert werden. Premierminister Jean-Claude Juncker hatte am Freitag nach der Ministerratssitzung seine Bereitschaft zu weitgehenden Schritten bekanntgegeben ohne jedoch nähere Einzelheiten nennen zu wollen.

In einer Mitteilung am Montag erinnert die KPL daran, dass ihrer Ansicht nach Religion Privatsache sei und kirchliche Einrichtungen und das Personal von Religionsgemeinschaften von den Angehörigen der jeweiligen Glaubensgemeinschaften finanziert werden sollten. Religionsunterricht und religiöse Symbole gehörten nicht in der Schule. Die KPL fordert die absolute Trennung von Kirche(en) und Schule. Sie fordert die Abschaffung von Artikel 106 der Verfassung und die sofortige Aufkündigung der staatlichen Konventionen mit allen Religionsgemeinschaften. Art. 106 sieht vor, dass die Gehälter und Pensionen der Geistlichen vom Staat bezahlt werden.