Donnerstag29. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Eine Stütze für die Lehrer

Eine Stütze für die Lehrer

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Der Unterricht für die Schüler soll durch die Optimierung der Lehrerausbildung optimiert werden. Ein neues Bildungsinstitut soll es richten.

Der seit Wochen in der Kritik stehende Erziehungsminister Claude Meisch stellte am Mittwoch das „Institut de formation de l’éducation nationale“ (IFEN) vor. Mit diesem Instrument will er das Lehrpersonal unterstützen, um somit den Schülern einen optimalen Unterricht bieten zu können.

Der DP-Politiker legt Wert darauf, einen maximalen direkten Impakt auf die Bildung der Schüler auszuüben: „Der Lehrer hat den größten Einfluss auf den Bildungserfolg der Schüler. Hier müssen wir ansetzen. Mit dem IFEN können wir den Unterricht perfektionieren, indem wir uns auf den Berufseinstieg und die Weiterbildung des Lehrpersonals konzentrieren“, so der Minister auf einer Pressekonferenz.

Dieser Herangehensweise verschrieben, hat das neue Institut die Aufgabe, die dreijährige Praktikumszeit sowie die Fortbildung des Lehrpersonals und des erzieherischen und psychosozialen Personals zu organisieren sowie zu bewerten. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Einführung einer dreijährigen Praktikumszeit, die insgesamt über 10.000 Personen betrifft, wenn man Grundschul- und Gymnasiallehrer zusammenzählt. Diese um ein Jahr verlängerte Berufseingliederungszeit beruht auf drei Grundpfeilern (siehe Grafik): Bei der Einführung in die Schule soll das zugewiesene Schulhaus näher kennengelernt werden. Die allgemeine Ausbildung dient dazu, theoretische Inhalte zu vermitteln und umfasst 108 Stunden für Grundschullehrer und 260 Stunden für Gymnasiallehrer. Der wohl wichtigste Pfeiler ist die Ausbildung in beruflicher Praxis. Hier wird der Lehrer während der kompletten Praktikumszeit von einem „conseiller pédagogique“ sprich einer Person mit einem bestimmten Erfahrungsschatz begleitet.

Ausbildung «à la carte»

Für Grundschullehrer ist hier sogar eine „formation à la carte“ vorgesehen. Dies bedeutet, dass der „conseiller pédagogique“ seine Arbeit den individuellen Bedürfnissen des Lehrers anpasst. Während des Praktikums werden die Grundschullehrer jährlich praktische oder schriftliche Examen bestehen müssen. Einige Tests können allerdings wiederholt werden.

Um sich der Praktikumszeit widmen zu können, sieht Claude Meisch für die Grundschullehrer eine Freistellung von 500 Stunden, auf drei Jahre verteilt, vor. Die Dauer des Praktikums sowie die Anzahl der Examen, Fortbildungsstunden und Freistunden werden allerdings wohl Streitpunkte bleiben und dafür sorgen, dass Meisch weiterhin von den Gewerkschaften kritisiert wird. So hatte die Lehrergewerkschaft SEW bereits vor drei Wochen eine dreijährige Praktikumszeit mit 108 Fortbildungsstunden und Examen abgelehnt. Die Gewerkschaft verwies auf den zeitlichen Druck, der für die Grundschullehrer zu groß sei.

Marc Bodson, zuständig für die Lehrerausbildung bei der Universität Luxemburg, hat jedoch auf der gestrigen Pressekonferenz die positiven Aspekte der Berufseingliederungszeit hervorgehoben. Laut ihm müsse „die neue Arbeit des IFEN nicht als Schikane, sondern als Unterstützung verstanden werden“. Man wolle die Lehrer nicht alleine lassen und habe letztendlich immer „den Erfolg des Einzelschülers im Visier“.

Die neue Ausrichtung der Praktikumszeiten sowie die erneuerte Weiterbildung werden ab 2016 in Kraft treten. Das IFEN, welches seinen Sitz höchstwahrscheinlich in Walferdingen haben und zwölf neue Personen einstellen wird, nimmt seine Arbeit somit erst in knapp zwei Jahren auf.

Damien Valvasori