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Ein Maulwurf bei der Gendarmerie?

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Die Bommeleeër waren den Ordnungskräften stets einen Schritt voraus. Verfügten sie über Insiderwissen? Das Gericht sollte sich am Mittwoch mit dieser Frage befassen. Doch dazu kam es nicht.

Wer hatte Zugang zum Stollen in Irrthum, aus dem in den 1980er Jahren Sprengstoff gestohlen wurde, das später bei den Bombenanschlägen der Jahre 1984 bis 1986 benutzt wurde? Unter anderem dieser Frage widmete sich das Gericht zu Beginn des Verhandlungstags am Mittwoch.

Dabei taucht der Name des Ex-BMG-Chefs Jos Steil auf. Er soll den Stollen besucht haben. Eine Bestätigung dazu konnte Ermittler Joël Scheuer, der am Mittwoch erneut in den Zeugenstand gerufen worden war, nicht geben. Ein Buch, in dem alle Besucher der Anlage verzeichnet wurden, gab es nicht.

Aus den Aussagen von Scheuer geht hervor, dass Mitglieder der Brigade Mobile Kenntnisse über Sprengstoffe hatten. Sie seien vernommen worden, so Scheuer. Anlässlich einer Anhörung bestätigte der damalige BMG-Chef und spätere Polizeigeneraldirektor Pierre Reuland, dass Steil einer der zwei Sprengstoffexperten der BMG War. Bei der BMG gab es Unterlagen zu den Sprengtechniken, soll Reuland 2007 bei einer Anhörung gesagt haben.

Sprengstoffkenntnisse bei der BMG

Auch Ermittler Carlo Klein, der nach Scheuer in den Zeugenstand tritt, weiss von genauesten Sprengstoffkenntnissen bei der BMG. Doch derlei Wissen war nicht nur bei der BMG vorhanden, greift Strafverteidigerin Lydie Lorang ein. Auch bei der Armee hatte man Sprengkenntnisse. Klein bestätigt Lorangs Aussagen.

Details über einen möglichen Insider konnten am Mittwoch nicht erörtert. Stattdessen verlief man sich bei Detailfragen über das während den Anschlägen genutzte Material. Interessant sollte es jedoch zum Ende des Verhandlungstags werden. Der Stromversorger Cegedel hatte mehrere Erpresserbriefe erhalten. Sie waren alle auf einer Schreibmaschine geschrieben worden, die zuvor aus einem Materiallager der Straßenbauverwaltung entwendet worden war. Laut Ermittler Klein nutzte man auch bei der Gendarmerie derlei Schreibmaschinen.

Am Donnerstag wird sich das Gericht mit den Ermittlungen, die um die Cegedel geführt wurden, beschäftigen. Eine damals verfolgte Spur war die eines unzufriedenen oder entlassenen Mitarbeiters der Firma.

Der Prozess könnten noch monatelang dauern. Richterin Sylvie Conter bezweifelte, dass man vor der Sommerpause zum Abschluss kommen werde.