«Es war eine große Ehre, vom Kaiser und vom Premierminister empfangen zu werden.» Auch habe die japanische Presse großes Interesse am Besuch gezeigt, so der Erbgroßherzog.Das sei hilfreich, um Luxemburg mehr Sichtbarkeit in Japan zu geben.
Auch Vize-Premierminister Etienne Schneider zog eine positive Bilanz. So habe man am gestrigen Freitag noch ein Abkommen zwischen den Sozialversicherungen beider Länder unterzeichnet. Dies werde das Arbeiten von Luxemburgern in Japan und umgekehrt erleichtern.
Zudem wurde gestern eine Absichtserklärung zwischen dem «Luxembourg Centre for Systems Biomedicine» und dem japanischen «Institute of Integrated Medical Science» unterzeichnet. Das Kooperationsabkommen «bedeutet sehr viel», sagte Schneider. «Wir wollen die Besten in der Biomedizin sein», fügte Rudi Balling, Direktor des LCSB, hinzu. «Wir sind überzeugt, dass das Thema Gesundheit in Zukunft ein wichtiger Wirtschaftszweig werden wird.»
Der Prinz öffnet Türen für Luxemburg
Des Weiteren erhielt Etienne Schneider vom japanischen Konzern Central Glass die Zusicherung, dass sie das Werk Guardian Automotive in Grevenmacher (mit rund 650 Mitarbeitern) weiter ausbauen wollen. Die Japaner sind dabei, es vom bisherigen Besitzer abzukaufen. Central Glass «hat bisher noch keine Produktionsstätten in Europa», so Schneider, doch sie wollen in Europa expandieren.
Die japanischen Konzerne Fanuc (der ein Werk in Echternach betreibt) und Hitachi Transport (Käufer von 50 Prozent der Anteile an Mars Logistics, einem in Bettemburg aktiven türkischen Unternehmen) haben dem Wirtschaftsminister ebenfalls zugesichert, ihre Aktivitäten am Standort Luxemburg auszubauen.
Japanische Firman nach Luxemburg
Zudem «glaube ich, dass wir einige junge Unternehmen aus Japan überzeugen konnten, nach Luxemburg zu kommen, um von hier aus den europäischen Markt zu erobern», meinte Schneider.
Transportminister François Bausch zog ebenfalls eine positive Bilanz der einwöchigen Mission. So habe Cargolux beispielsweise einen Vertrag mit Japan Airlines abschließen können, der es beiden Firmen ermöglicht, Waren mit den Fliegern des neuen Partners zu transportieren.
Direkflug nach Tokio?
Auch beim Wunsch der Cargolux, Tokio direkt anfliegen zu können, sei man einen Schritt weitergekommen, so Bausch. Er habe das Thema beim japanischen Vize-Transportminister angesprochen, und der habe versprochen, die Sache zu untersuchen. Seit 15 bis 20 Jahren versuche die Cargolux das nun, aber bisher habe es noch nie Gespräche gegeben. «In einem Land wie Japan braucht man Geduld», so Bausch. «Wenn ein Prinz dabei ist», dann öffneten sich jedoch noch mehr Tore.
Carlo Thelen, Direktor der Handelskammer, gab sich auch zufrieden mit den Ergebnissen der Wirtschaftsmission: «Wir konnten zeigen, dass Luxemburg mehr ist als nur ein Finanzplatz, dass viele unterschiedliche Sektoren in Luxemburg etwas zu bieten haben.»
Dabei dachte er nicht nur an Informationstechnologie, Logistik und den Automobilsektor, sondern auch an die Luxemburger Filmindustrie (die rund 750 Personen beschäftigt), die sich gestern Morgen in einem Seminar in Japan vorgestellt hat.
Zu Demaart
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