Die Stadt Luxemburg sowie Maggy Nagel, die Kulturministerin, besuchten gestern die archäologische Ausgrabungsstätte auf dem „Knuedler“. Die gesamte Ausgrabungsfläche beträgt ungefähr 200 m2.
Ab dem 13. Jahrhundert besiedelten Franziskanermönche den heutigen „Knuedler“. Neben dem Kloster standen dort zwei Kirchen sowie ein größerer Friedhof. Alte Quellen besagen, dass der mittlere Bereich der ersten Kirche im frühgotischen Stil erbaut wurde. Die untere Kirchenhälfte wurde wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt errichtet. Im 17. Jahrhundert wurde eine zweite Kirche an gleicher Stelle gebaut. „Durch die Grabungen können wir nun mit Sicherheit die genauen Standorte der beiden Kirchen sowie der Gräber festlegen“, erklärte Robert Wagner vom CNRA gegenüber dem Tageblatt.
Die Archäologen stießen bei ihren Ausgrabungen auch auf die eine oder andere Überraschung. „Wir haben ein tiefes Loch gefunden, bei dem wir den Grund dafür noch nicht kennen. Die Steine zeigen jedoch deutliche Witterungsspuren auf. Wir nehmen an, dass dieses Loch unter freiem Himmel angelegt wurde“, schlussfolgerte Wagner. Die gefundenen Scherben und Knochen werden später mithilfe von Analysen ihrer genauen Zeit zugeordnet. „Die verschiedenen Schichten werden markiert und nacheinander abgetragen. Unsere Arbeit muss man sich wie ein Buch vorstellen, das man von der letzten Seite zur ersten liest. Um eine neue Seite lesen zu können, muss die vorherige Seite jedoch zerstört werden. Alles wird von uns dokumentiert und danach zerstört, das ist die Arbeit eines Archäologen“, erklärte Wagner.
3D
Die Ausgrabungsstelle wird in nächster Zukunft mit einem modernen Verfahren verfasst und 3D neu aufgezeichnet.
Neben etlichen Knochen, Mauern und Scherben fanden die Archäologen zudem ein gut erhaltenes Spiel, das sehr beliebt im Mittelalter war. Hierbei handelt es sich um ein Mühlespiel aus Stein.
Parkhaus
Mit dem Ausbau des unterirdischem Parkhauses auf vier Ebenen wird frühestens im November begonnen. Die Dauer der Bauarbeiten wird wahrscheinlich zwei Jahre betragen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können