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Die Schulqualität besser messen

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Die Bildungspolitik ist seit Jahren ein großes Diskussionsthema in Luxemburg. Die Gründung des „Luxembourg Centre for Educational Testing“ soll helfen, die Debatte zu versachlichen und eine empirische Basis liefern.

Das „Luxembourg Centre for Educational Testing“ (Lucet) ist eine Struktur der Universität Luxemburg, das allerdings nicht der Lehre, sondern der Forschung dient, unterstrich am Montag Rektor Rolf Tarrach. Dort sollen fortan Forschung, Expertise und Auswertung der Schulqualitätsmessung gebündelt werden. Aufgabe des Lucet ist das Bildungsmonitoring durch die Messung der Schülerleistungen. Dadurch soll die Evaluierung der Bildungspolitik, der diversen Projekte und Schulmodelle ermöglicht werden. Die Messung erfolgt für die Grund- sowie für die Sekundarschule. Auch kann die Entwicklung der Schülerleistungen fortan mittel- und langfristig nachvollzogen werden. Den gläsernen Schüler werde es aber nicht geben.

Zweifel

Der Rektor der Universität Luxemburg, Ralf Tarrach, ist sich nicht sicher, dass die Universität wie geplant im Herbst kommenden Jahres bereits in Belval sein wird. Das sagte er dem Tageblatt gegenüber. Seit dem Beginn seiner Tätigkeit als Rektor würde ihm jedes Jahr ein anderes Datum für dem Umzug genannt. Da die Universität selber keine Kontrolle darüber habe, was zur Zeit in Belval geschieht – die habe der Fonds Belval – könne er nicht sagen, wie die Vorbereitungen vorangehen.

Über die Strategie der Universität für die kommenden Jahre, die heute vorgestellt werden, wollte sich der Rektor nicht im Detail äußern. Es sei aber klar, dass angesichts der eingeschränkten Finanzmittel, die Uni einige Aktivitäten streichen müsse, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

c.mol.

„Kein Kontrollinstrument“

Die Geheimhaltung sei eine wichtige Herausforderung bei der Ausarbeitung des Konzepts gewesen, unterstrich der Direktor des Instituts, Pr. Dr. Romain Martin. Das Lucet arbeitet ausschließlich mit einem Code ohne die Namen der Schüler zu kennen. Das Ministerium kennt die Namen, hat aber keinen Zugang zu den zur Person passenden Daten, die vom Lucet gesammelt werden. Es soll sich aber nicht um eine Kontrollinstanz für Schulen handeln. „Es geht nicht darum Lektionen zu erteilen“, erklärte Bildungsminister Claude Meisch mit Nachdruck. Zielsetzung sei die Information für Schulen, Lehrer, Eltern und Schüler.

Auch ist die Evaluierung keine zusätzliche Prüfung, Die Ergebnisse der Lucet-Forschung haben keine Auswirkung auf Versetzungsentscheidungen.

Die Evaluierung von einem Zyklus – der jeweils zwei Schuljahre umfasst – wird am Anfang des darauffolgenden Zyklus stattfinden. Dies erfolgt sowohl durch Tests, welche sprachliche und mathematische Kompetenzen der Schüler geprüft und Befragungen, die den Forschern erlauben, ein genaues Bild von Lernergebnissen in zentralen Leistungsbereichen zu zeichnen und Kompetenzprofile zu erstellen. Dabei werden auch sozio-ökonomische Faktoren mit in Betracht gezogen. So werden die Lehrer nicht nur über die Leistung ihrer Klasse im Vergleich mit dem Landesdurchschnitt informiert, sie können auch den berechneten Erwartungbereich für ihre Klasse, der die sozio-ökonomische Zusammensetzung berücksichtigt, sehen.

Innovative Messinstrumente

Zusätzlich will das Lucet künftig auch neue, innovative Messinstrumente entwickeln und dem Zentrum somit eine internationale Sichtbarkeit verleihen.

„Durch die Gründung des Zentrum allein verbessern wir die Schule allerdings noch nicht“, erläuterte Meisch. Die Arbeiten der rund 30 wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiter des Lucet würden die benötigten Informationen liefern.

Anschließend müssten jedoch die richtigen Schlussfolgerungen gezogen und Maßnahmen ergriffen werden, meinte der Minister weiter.