Die „Autorité luxembourgeoise indépendante de l’audiovisuel“ ist kürzlich aus der CIR („Commission indépendante de la radiodiffusion“) und dem Nationalen Programmrat (CNP) hervorgegangen. Der ALIA-Verwaltungsrat setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen, Präsident ist Thierry Hoscheit. Der Posten des Direktors ist noch nicht besetzt.
Und gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit ist die ALIA mit einem komplizierten Genehmigungs-Dossier befasst. Es geht bekanntlich um den Antrag eines 50/50-Joint-Ventures aus RTL und St-Paul (bisheriger Mehrheitseigner von Radio DNR, das seine Sendungen einstellt), das DNR-Sendernetz für ein neues, französischsprachiges Programm zu nutzen (wir berichteten mehrfach).
Monopol in der Radiolandschaft
Problempunkte sind hierbei die Programmsprache (das Lastenheft sieht „en majeure partie en langue luxembourgeoise“ vor), der geringe Anteil an „création grand-ducale“ (Musik-Konserve aus Frankreich/RTL2), evtl. mangelnde Informationsvielfalt, eine sich erneut ergebende Monopolstellung der RTL-Gruppe, die eigentlich durch die Radio-Liberalisierung seit den 1990er Jahren gebrochen werden sollte. Auch zu den Frequenzblöcken bzw. zur Programmvernetzung stellen sich Fragen. DNR benutzt seit 1999 nicht nur sein ursprüngliches Netz, sondern via Zusatzkonzession auch eine Hochleistungsfrequenz – das Resultat ist eine regionale Doppel- bis Dreifachversorgung.
Zu Demaart
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