Mittwoch14. Januar 2026

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Der SREL und die Bommeleeër

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Was wusste der Geheimdienst SREL über die Bommeleeër und die Rolle von Stay behind bei der Anschlagsserie? Diesen Fragen widmet sich das Gericht diese Woche.

Der Geheimdienst SREL beschäftigte am Montagnachmittag das Gericht in der Bommeleeër-Affäre. Nach zwei Wochen Osterferien ging die Justiz der Frage nach, was Luxemburgs Geheimdienstler von den Anschlägen und den Ermittlungen wussten.

Den Ermittlern übergab der SREL ein ganzes Dossier mit etlichen Unterlagen, so Ermittler Guy Marx vor den Richtern. Darin gab es auch Dossiers zu Ben Geiben, einem damals Hauptverdächtigen. Vor Gericht fiel am Montag jedoch auch der Name des Sohnes von Ex-Premierminister Santer. «Wir konnten zahlreiche SREL-Daten für unsere Ermittlungen nutzen», sagt Marx. Zwar führte der SREL Abhöraktionen durch, Aufzeichnungen die im Zusammenhang mit Ermittlungen Richtung Geiben gemacht wurden, gibt es jedoch nicht, so Marx.

Fragen über die Rolle des SREL bei der Bombenserie stellt man sich nicht erst seit heute. Bereits 2008 hat der parlamentarische Kontrollausschuss Geheimdienst einen entsprechenden Bericht anfertigen lassen. In dem Bericht bedauerte der damalige SREL-Chef Charles Hoffmann, dass die Zusammenarbeit seines Dienstes mit der Gendarmerie nicht die beste war.

Hat der Ex-SREL-Chef gelogen?

Anders als von Hoffmann behauptet, habe es tatsächlich eine enge Kooperation mit der Gendarmerie gegeben, so auch etliche Treffen zwischen Gendarmerie und SREL, wurde am Montag vor Gericht bekannt. Der SREL stellte den Gendarmen abhörsichere Funkgeräte und Fahrzeuge zur Verfügung. Auch dies wurde von Hoffmann dementiert. Hoffmann habe wohl nicht die Wahrheit gesagt, so Richterin Sylvie Conter.

Es sei nicht eingehend in Richtung SREL ermittelt worden, sagt die Verteidigung. Die Ermittler wurden vom SREL auf den Arm genommen, so me Lydie Lorang.

Am Dienstag wird der deutsche Historiker Andreas Kramer gehört. Sein Vater war Offizier im deutschen Geheimdienst BND. Er wird über die Beziehungen des BND zum SREL und zum Stay-Behind-Netzwerk sprechen.
(fo/lmo/Tageblatt.lu)