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Den Menschen schneller helfen

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Forschung trägt dazu bei, Menschenleben zu retten. Nur dauert es meistens sehr lange, bis die Resultate der medizinischen Erkenntnisse auch in den Entwicklungsländern angewendet werden.

„Es reicht nicht aus, Wissen zu entwickeln, man muss auch wissen, wie man die gewonnenen Erkenntnisse vor Ort umsetzen kann“, erklärt Paul Delaunois von „Médecins sans frontières“ (MSF) Luxemburg. Genau das macht die operationelle Forschung. Sie beschädigt sich mit der Frage der Implementierung, damit den betroffenen Menschen so schnell wie möglich Hilfe erhalten können.

Derzeit dauert es sehr lange, bis die Resultate der medizinischen Forschung in die Praxis umgesetzt werden. So müssen die betroffenen Personen in Entwicklungländern beispielsweise zehn bis zwanzig Jahre warten, bis sie Zugang zu einem neuen Impfstoff haben. Eine Verkürzung der Wartezeit könnte zahlreiche Menschenleben retten. Das haben konkrete Erfahrungen von MSF Luxemburg bewiesen.

Zum Beginn des 21. Jahrhunderts waren in Malawi rund eine Million Menschen – bei einer Gesamtbevölkerung von 10 Millionen – HIV-infiziert. Jedes Jahr starben 100.000 Menschen an Aids. Die Betroffenen hatten keinen Zugang zur antiretroviralen Behandlung, die das Leben verlängert. Die operationelle Forschung hat MSF Luxemburg ermöglicht, in einer ländlichen Region Malawis 500.000 Personen einen schnellen und einfachen Zugang zur antiretroviralen Therapie zu gewährleisten. Das Resultat war spürbar. In den Medien wurde sogar darüber berichtet, dass die Sargverkäufer in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Hoffen auf EU-Unterstützung

Natürlich benötigt die operationelle Forschung auch eine Finanzierung. Die Europäische Union hat zwischen 2007 und 2013 insgesamt 53 Milliarden Euro in die medizinische Forschung investiert. Davon sind jedoch Null Euro in operationelle Forschung geflossen, bedauert Delaunois.

MSF hofft, dass das sich in Zukunft ändern wird und versucht, im Europaparlament Gehör zu finden. Deshalb nahm am Montag auch der Luxemburger EP-Abgeordnete Charles Goerens an der Pressekonferenz mit MSF teil. Goerens unterstützt die Idee einer Unterstützung der operationellen Forschung und setzt sich im Europaparlament generell für die Entwicklungshilfe und für die Finanzierung der Entwicklungshilfe ein.

Michelle Cloos/Tageblatt.lu