Die Beschäftigung der über 50-Jährigen hinkt in Luxemburg hinterher. In den Statistiken liegt das Großherzogtum unter dem europäischen Durchschnitt.
Im Februar dieses Jahres waren rund ein Viertel der Arbeitslosen über 50 Jahre alt. Auch sind diese Personen einem viel höheren Risiko ausgesetzt, zu Langzeitarbeitslosen zu werden. Zudem werden Angestellte über 50 oftmals die ersten Opfer bei Entlassungen. Es sei wichtig, den erfahreneren Jobsuchenden zu helfen, eine Arbeit zu finden und jenen, die einen Beruf ausüben, zu helfen, in ihrem Beruf zu bleiben, erklärte Arbeitsminister Nicolas Schmit am Freitag.
Deshalb soll das Altersmanagement in den Betrieben verbessert werden. Künftig muss jeder Betrieb mit 150 oder mehr Angestellten einen „plan de gestion des âges“ zusammen mit der Personaldelegation ausarbeiten. Darin soll über Einstellungspolitik von älteren Arbeitnehmern, Tutorat sowie die Entwicklung der Karrieren nachgedacht werden.
Arbeitsbedingungen
Eine wichtige Rolle spielt dabei ebenfalls die Frage der Arbeitsbedingungen und der Gesundheit am Arbeitsplatz. Nach dem Votum im Parlament erhalten die Betriebe allerdings drei Jahre Zeit, um sich dieser Aufgabe zu stellen.
Einem Angestellten, der in Rente geht und trotzdem weiter für den Betrieb arbeiten will, soll diese Option leichter gemacht werden. Während bislang der Arbeitsvertrag in einer solchen Situation aufhört, soll dies künftig (bei gegenseitigem Einverständnis von Arbeitnehmer und -geber) nicht mehr der Fall sein. Die Modalitäten des Arbeitens werden lediglich durch eine Zusatzvereinbarung geklärt.
Weiteres Element des Maßnahmenpakets sind Praktika für „Senioren“ in den Betrieben. Da ältere Jobsuchende oftmals schlechtere Karten haben, können sie nun für ein Test-Praktikum von maximal sechs Wochen in einen Betrieb gehen. Dieser Vorgang soll helfen, Vorurteile abzubauen, wie Schmit erklärte.
(Michelle Cloos/Tageblatt.lu)
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