
Drei Angebote liegen auf dem Tisch für die Übernahme von 35 Prozent der Aktien von Cargolux. Konkret verhandelt wird mit HNCA, der Investmentgesellschaft aus der chinesischen Provinz Henan. Das hat Nachhaltigkeitsminister Claude Wiseler am Freitag während einer Sitzung des Nachhaltigkeitsausschusses des Parlaments bestätigt. Der Deal könnte noch im Oktober abgeschlossen sein. Ob noch vor den Wahlen, ließ Wiseler offen.
Am nächsten Montag wird der Noch-Nachhaltigkeitsminister bereits den Anteileignern der Frachtgesellschaft das Angebot von HNCA unterbreiten, sagte er nach der Ausschusssitzung. Aktionäre sind die Luxair (43,5 Prozent), die BCEE (10,9 Prozent) und die SNCI (10,7 Prozent). 35 Prozent hatte die Regierung von Qatar Airways zurückgekauft. Damit befolgt Wiseler den Vorschlag der Schweizer UBS und der Anwaltskanzlei Clifford Chance, welche die Regierung in diesem Dossier beraten. Nächste Woche will Wiseler auch mit den Gewerkschaften OGBL und LCGB zusammenkommen.
Voraussetzung für den Geschäftsabschluss ist, dass die Neuen den Betrag zahlen, den Qatar Airways bekommen hatte (117,5 Millionen Dollar) und dass sie sich an die zukünftigen Kapitalerhöhungen beteiligen.
Kein Arbeitsplatzabbau
Der Parlamentsausschuss beschäftigte sich vor allem mit den Sorgen der Belegschaft, die vom OGBL formuliert worden waren. Die Gewerkschaft befürchtet Stellenabbau und die Auslagerung von Tätigkeiten vom Flughafen Findel nach China. Wiseler habe diese Informationen dementiert, sagte François Bausch («déi gréng») nach der Ausschusssitzung. Arbeitsplätze seien bei der Cargolux nicht gefährdet, so Wiseler später. Es werde nichts von Luxemburg aus delokalisiert, weder Arbeitsplätze noch die Wartung der Maschinen. Auch würden keine Cargolux-Flugzeuge in China immatrikuliert.
Laut Informationen des OGBL soll Cargolux von HNCA in China im regionalen Frachtverkehr eingesetzt werden. Die Gewerkschaft hatte die Frage aufgeworfen, ob Maschinen dann dort stationiert und gewartet werden.
Zu Demaart
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