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Bourg: «Ich weiß nicht, wer die Täter sind»

Bourg: «Ich weiß nicht, wer die Täter sind»

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Charles Bourg, Gendarmerieoffizier und Einsatzleiter, während der Bombenserie 1984-1987, muss am Montag erneut in den Zeugenstand. Bourg wird vom Gericht massiv unter Druck gesetzt, doch er kann sich an nichts mehr erinnern.

Der Prozesstag beginnt mit einer Mahnung der vorsitzenden Richterin Sylvie Conter an den Zeugen Charles Bourg. Ob er sich übers Wochenende nochmals Gedanken über seine Zeugenaussagen der letzten Woche gemacht habe, fragt sie ihn. Der ehemalige Untersuchungsrichter im Bommeleeër-Prozess, Prosper Klein, hatte Bourg unter anderem vorgeworfen, seinen Forderungen nach Spurensicherung am Tatort nicht nachgekommen zu sein.

Schlimmer wiegt jedoch der Vorwurf gegenüber Bourg, dass der vormalige stellvertretende BMG-Chef Jos Steil gegenüber Bourg gesagt haben soll, er wisse, wer die Bommeleeër seien, und Bourg das nicht weitermeldete. Richterin und Verteidigung versuchen, weitere Details aus Bourg rauszukitzeln. Richterin Conter wirft die Frage auf, ob da nicht dem verstorbenen Steil was angelastet werden soll. Bourg wird mit Fragen bombardiert. Antworten kann er nicht. Er führt immer wieder Erinnerungslücken an. Er habe die Information von Steil nicht für ernst genommen, weil der ihm keine Antwort gegeben habe. Darauf Me Gaston Vogel: «Dann sage ich Ihnen die Antwort: Es ist der Prinz. Sie sind nur zu feige, um den Namen zu nennen.»

Die Richterin bleibt hart. Bourg stehe vor Gericht, um Durcheinander zu stiften, wirft sie ihm vor. Niemand glaube seinen Geschichten.

Bourg soll mit der Wahrheit raus

Sowohl Staatsanwalt Georges Oswald als auch Richterin Conter drängen auf Bourg ein, doch mit der Wahrheit rauszurücken. Oswald konfrontiert Bourg mit seinen Aussagen vor der Untersuchungsrichterin Doris Woltz 2003. Damals habe er behauptet, keine Informationen über den Bommeleeër zu haben. Damals habe er gelogen. Oswald droht mit Konsequenzen, sollte er Bourg nun beim Lügen erwischen.

Obwohl er massiv unter Druck gesetzt wird, bleibt Bourg bei seiner Aussage, dass er nichts wisse. Er habe alles gesagt, was er weiß. Nicht nur die Staatsanwaltschaft droht mit rechtlichen Folgen für Bourg, sondern auch die Verteidigung. Bourg wäre damit der erste Zeuge in diesem Prozess, der juristisch belangt würde.

Auch nach einer von der Verteidigung beantragten Pause, damit Zeuge Bourg sich nochmals «Gedanken über seine Aussagen machen kann», bleibt Bourg bei seiner Version. Er wisse nicht, wer die Täter seien, und er wisse auch nicht, warum er bei Steil nicht nachgehakt habe, als dieser sagte, er wisse, wer der oder die Bommeleeër sind.

Die Namen von Prinzen

Das Gericht lässt nicht locker. Dann plötzlich, nach fast zweieinhalbstündiger Vernehmung im Gerichtssaal, erinnert sich Bourg: Das Einzige, was damals im Umlauf war, waren Namen von Prinzen, sagt er. Um gleich wieder zurückzurudern. «Nein, nein, das ist zu lange her. Ich kann mich außer an den Namen Geiben nicht mehr erinnern.»

Auch die Versuche, Bourg den Namen des zweiten Prinzen zu entlocken, im Dossier ist bereits die Rede von Prinz Jean, scheitern. Bourg gibt dann zu, dass auch der Name von Steil als möglicher Täter zirkulierte. Er könne nach der langen Zeit keine Namen mehr auf die Taten setzen.

Bourg muss am Dienstag erneut in den Zeugenstand. Eigentlich sollte Ex-BMG-Chef und Ex-Polizeigeneraldirektor Pierre Reuland antreten. Das wird wohl erst kommende Woche der Fall sein.