Wer hat damals die Ermittlungen gegen die Bommeleeër behindert? Warum wurde die Observation auf Ben Geiben plötzlich abgebrochen? Welche Rolle spielte Jos Steil? Das waren drei von zahlreichen weiteren Fragen, die am 24. Oktober 2013 in dem Raum gestellt wurden. Über mehrere Tage wurde im vergangenen Jahr Stebens in die Mangel genommen. Es gab zahlreiche Widersprüche und Erinnerungslücken. Auch der Zeuge Georges Zenners hatte Probleme mit den Aussagen von Stebens. Am Donnerstag wurden ihre Aussagen vor Gericht vorgelesen.
Ein Rückblick: Der ehemalige hohe Offizier aus der Polizeidirektion, Guy Stebens, konnte damals keine klaren Antworten geben. Er konnte sich auch nicht erklären, warum er bei der abgebrochenen Observation auf Geiben nicht nachbohrte. Schließlich war er bei der Planung der Operation dabei.
Der Insider
Stebens war zur Zeit der Anschlagsserie zwischen 1984 und 1986 ein frischgebackener Leutnant in der Gendarmerie. Er leitete die Sonderermittlungsgruppe GOR in der Affäre. Sie war damals zusammengesetzt aus Beamten der Gendarmerie und der Police. Der ehemaliger GOR-Ermittler Georges Zenners hatte im Oktober 2013 bei seiner Aussage vor Gericht von «Beschiss» geredet.
Sämtliche GOR-Ermittler hätten dem früheren BMG-Mitglied Jos Steil nicht getraut. Damals wurde vermutet, dass Jos Steil hinter dem Anschlag während eines Gipfels am 2. November 1985 auf Kirchberg steckte. Der oder die Täter hatten Insiderwissen. Immer wieder fiel in diesem Zusammenang der Name Jos Steil.
Die plötzlich abgebrochene Observation auf Ben Geiben konnte sich Ermittler Zenners aber vor Gericht auch nicht erklären. Er wurde damals von den beiden Sûreté-Beamten Jean Disewiscourt und Armand Schockweiler darüber informiert, dass es in diese Richtung keine Ermittlungen mehr gebe. Über das warum, sagten sie nichts.
Unterschiedliche Aussagen
Zenners widersprach auch den Aussagen von Stebens, dass er sehr früh über die Observation auf Geiben informirt war. «Beim Briefing am Freitag, 18. Oktober 1985 wurden wir über die Observation auf Geiben informiert. Ich musste ablehnen, da Geiben mich kannte. Darum wurde der Srel zur Hilfe eingeschaltet. Es lief alles sehr kurzfristig.»
Nach einer sehr monotonen Vorlesung am Mittwochnachmittag unterschrieben die beiden Zeugen Zenners und Stebens ihre Aussagen vor Gericht. Am Donnerstag erscheint der ehemalige Geheimdienstler Frank Schneider und Ben Geiben-Freund Pierre Dillenbourg vor Gericht.
Weitere Zeugen an diesem Donnerstag sind zwei ehemalige Stay Behindler.
Zu Demaart
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