Die Fondation de Luxembourg ist eine Dachstiftung. Unter ihr können sich Stiftungen ansiedeln, die entweder einen gemeinnützigen Zweck haben oder einen caritativen. «Das Jahr 2013 war ein Jahr, in dem Stiftungen mit einem Vermögen von 3,5 Millionen Euro sich unter dem Dach der Luxemburg-Stiftung angesiedelt haben», sagte Finanzminister Pierre Gramegna am Dienstag bei einer Fünf-Jahres-Bilanz der Stiftung. «Dach-Stiftungen brauchen eine Zeit, bis sie sich im Bewusstsein von Stiftern durchgesetzt haben», fuhr Gramegna fort. «Aber sie gehören zu einem Finanzplatz. Deswegen werden wir bei zukünftigen Wirtschaftsmissionen die ‚Fondation de Luxembourg‘ als Trumpf des Finanzplatzes mit in der Delegation haben.»
Die Entwicklung der Dachstiftung erfolgt behutsam. Nach und nach setzt sie sich im Bewusstsein der Stifter durch. Derzeit verhandeln zwei vermögende britische Familien mit der Dachstiftung über die Ansiedlung ihrer privaten Stiftungen in Luxemburg, erzählt Tonika Hirdman, Generaldirektorin der Stiftung. Auch in den Privatbanken, bei Notaren und bei Rechtsanwälten findet die Stiftung zunehmend Aufmerksamkeit. Die Luxembourg School of Finance will das Thema Philanthropie in ihre Masterthemen aufnehmen. Gramegna: «Die Fondation de Luxembourg beginnt, an Ansehen zu gewinnen.»
«Luxemburg ist ein stabiler Standort
Wer eine Stiftung unter ihrem Dach gründen will, muss mit Kosten von mindestens 3.500 Euro rechnen oder 0,8 Prozent der Stiftungssumme. Für den Stiftungsstandort Luxemburg sieht Tonika Hirdman gute Gründe: «Der Standort Luxemburg ist ein stabiler Standort. Das ist wichtig für Stifter. Denn Philanthropie ist keine Angelegenheit eines kurzen Zeitraums. Stifter legen das Kapital ihrer Stiftung langfristig an und sehen das Stiftungsziel auch langfristig.»
Ein anderer Grund liegt in der Internationalität des Standortes Luxemburg. «Wenn man die Fondation de France oder andere Dachstiftungen anschaut, dann arbeiten diese Stiftungen in der Regel eher national. Unter unserem Dach kann man internationale Stiftungen anlegen – unter der Bedingung, dass sie caritativ oder gemeinnützig sind – die in anderen Ländern wirken. Briten können so hierzulande eine Stiftung gründen, die in ihrem eigenen Land wirkt.»
Vor allem Privatleute
Die internationale Arbeit der Stiftungen zeigt bei den Stiftern jetzt bereits ihre Wirkung. Zwar kommen 47 Prozent der 45 Stiftungen aus Luxemburg, aber 16 Prozent der Stifter haben die deutsche Nationalität, 14 Prozent die französische und zwölf Prozent die belgische. Unter den Stiftern haben Privatleute die Nase weit vor den Unternehmen vorn. Sie machen 83 Prozent der Stifter aus. Nur 17 Prozent sind Unternehmen. Fast die Hälfte aller Stiftungen werden zur Armutsbekämpfung in den verschiedensten Variationen gegründet. Die Kultur liegt mit 22 Prozent auf dem zweiten Platz vor der Förderung allgemeinen Erziehung und Fragen des Klimas.
Helmut Wyrwich / Tageblatt.lu
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