«Et geet elo duer! Et geet ëm eis Betrieber! Et geet ëm eis Zukunft!», unter diesem Motto steht das Meeting der Bauernzentrale am 19. November in der Deichhalle in Ettelbrück. Der andere landwirtschaftliche Verband, die Bauernallianz, hat ihre Teilnahme an der Kundgebung abgesagt. Am Event nehmen die Bauernzentrale mit seinen Unterorganisationen SAF (Services activités féminines) und Service Jeunesse, der Fräie Lëtzebuerger Bauereverband, die Vereinigung Lëtzebuerger Privatbësch (Privatwald-Besitzer) sowie die Luxemburger Jungbauern-und Jungwinzer teil.
Biokartierung, Landschaftsplan mit staatlichem Vorkaufsrecht, Einschränkungen in der Bewirtschaftung, Bauverbote, Reformen des Agrargesetzes mit immer mehr Auflagen, weniger staatliche Hilfen, lange administrative Wege … die Liste der Kritiken an der aktuellen Landwirtschaftspolitik ist lang. Immer mehr Landwirte fürchten um das Überleben ihres Betriebes, heißt es in der Einladung, welche in den letzten Tagen an die landwirtschaftlichen Betriebe ging.
«Ideologisch geprägte Politik»
Die Bauernzentrale beklagt in einem Artikel im «De Lëtzebuerger Bauer» (Ausgabe vom 14. November 2014), dass sie immer mehr bevormundet wird. Die Politik sei «ideologisch geprägt» und würde «nicht haltbare ökologische Gesichtspunkte enthalten». Auch die Eingriffe ins Eigentumsrecht sind den Landwirten ein Dorn im Auge.
Die Landwirte werden nicht genügend in der Gesellschaft anerkannt, beklagte der Präsident der Bauernzentrale Marc Fisch kürzlich in einem Radio-Interview. Es sei deshalb wichtig, den Stellenwert des gesamten Wirtschaftssektors, inklusive des Weinbaus und der Forstwirtschaft zu stärken. Umwweltschutz sei wichtig, aber an erster Stelle müsse das Überleben der Betriebe stehen, so Fisch. Die jungen Leute, die einen landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen oder aufbauen bräuchten wieder Perspektiven, wird im Zeitungsartikel betont.
«Nicht reden, handeln»
Miteinander sprechen reiche nicht mehr aus, um die Probleme des Sektors zu lösen, so der «Lëtzebuerger Bauer». Es müsse gehandelt werden. In diesem Zusammenhang kritisiert die Bauernzentrale die geplanten Sparmaßnahemen der Regierung. Sie seien einseitig, weil fast ausschließlich die landwirtschaftlichen Betriebe zur Kasse gebeten werden. Dabei müsse der Hebel auch anderswo, unter anderem bei den Konsumenten angesetzt werden.
In Luxemburg gab es laut der letzten verfügbaren Zahlen des Statec 2012 2.137 landwirtschaftliche Betriebe. Die durchschnittliche Fläche eines Betriebs lag bei 68,4 Hektar. Die Agrarfläche in Luxemburg lag bei 131.482 Hektar. 44 Prozent davon waren Viehweiden. Über 4.200 Personen arbeiteten in der Landwirtschaft. 2012 wurden etwa 188.500 Rinder, 90.000 Schweine, 8.200 Schafe und 4.900 Pferde im Großherzogtum gezählt. In Luxemburg machen die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei 0,3 Prozent des BIP (Bruttoinlandsprodukt) aus.
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