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Ärzte lehnen Gesundheitsreform ab

Ärzte lehnen Gesundheitsreform ab

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Nach der außerordentlichen Generalversammlung der AMMD (Association des médecins et médecins-dentistes), die am Mittwoch Abend im Bartringer Centre Atert stattfand, legte AMMD-Generalsekretär, Claude Schummer, am Mittwoch die Argumente gegen die geplante Reform des Gesundheitswesens in Luxemburg vor.

Robert Schneider

Die Ärzte sehen in dem Reformprojekt des Gesundheitssystems eine starke staatliche Einmischung.
Staatliche Bevormundung würde die bisherige Vertragsfreiheit zwischen gleichberechtigten Partnern ersetzen. Zahlreiche großherzogliche Reglemente würden nun anstelle von Konvention treten, mit denen eine ganze Reihe von Bereichen geregelt waren.

Die Einführung eines Numerus clausus sei nicht mit dem freien Niederlassungsrecht der Ärzte vereinbar.
Die Ärzte und Zahnärzte wollen nicht künftig zu einem Sündenbock werden, mit, auf der einen Seite einem Gesamthaushalt für medizinische Pflege und auf der anderen Seite Patienten, die freie Wahl, Kostenlosigkeit und die bestmögliche Qualität verlangen.

Gewerkschaftliche Aktionen

In einer entsprechenden Motion hielten die versammelten Ärzte am Mittwoch Abend fest, das Reformprojekt des Gesundheitsministers sei nicht annehmbar und müsse in der vorliegenden Form zurückgezogen werden. Sollte dies nicht geschehen, so droht die AMMD mit gewerkschaftlichen Aktionen.

Was die Gesundheitskasse betrifft, so verweist die Vereinigung der Ärzte und Zahnärzte auf strukturelle Probleme, die in die roten Zahlen führten. Nach der Fusion der ehemals sechs Krankenkassen zu einer Gesundheitskasse, hätte man davon ausgehen können, dass dies einen substantiellen Abbau der Verwaltungskosten mit sich bringt. Trotz Fusion stiegen diese weiter. Frankreich baue bis 2013 fünf Prozent des entsprechenden Personals ab, so die AMMD weiter und regt an, Luxemburg solle diesem Beispiel folgen.

Mehr ambulante Behandlungen

Großes Einsparpotenzial sehen die Ärzte auch bei der Förderung der ambulanten Behandlung in den Spitälern. Schließlich verweisen die Ärzte auf eine wachsende Zahl von Patienten, die über keine Krankenkasse verfügen oder aus Ländern stammen, deren Kassen die Behandlung in Luxemburger Praxen nicht übernehmen.

Die behandelnden Mediziner würden allzu oft auf ihren Kosten sitzen bleiben und verlangen einen „Fonds“, der die Rechnungen dieser Patienten übernehmen solle.Soldiarität sei keineEinbahnstraße, so die AMMD, die in dem Sinn einen „Appell an die Nation“ richtet.