„Plötzlich, gewaltig und ohne Vorwarnung“ titelte das Tageblatt am Montag, denn eine Sturmwarnung hatte hatte es nicht gegeben.
Mit den Aufräumarbeiten begannen die Rettungskräfte und die Bereitschaftsdienste der betroffenen Gemeinden und der Straßenbauverwaltung nicht erst am Montag. Kaum war das Unwetter weitergezogen, machten sich die Damen und Herren in ihrer signalfarbenen Einsatzkleidung schon an die Arbeit. Dass es auch noch gestern zu Beeinträchtigungen in Bahn- und Straßenverkehr kam, konnten sie allerdings nicht gänzlich verhindern.
Keine Sturmwarnung
Auch sie hatten keine Sturmwarnung erhalten. Und das hat wohl seine Richtigkeit, denn offiziell gab es dazu keinen Anlass.
Um 17.00 Uhr bekam die Notrufzentrale 112 von Meteolux, der Wetterstation auf Findel, eine „Alerte orange“ übermittelt, erklärte Christopher Schuh, der Leiter der Notrufzentrale. Und bei Orange gebe die Notrufzentrale noch keine Sturmwarnung an die Medien zur Verbreitung unter der Bevölkerung weiter. Das geschehe erst bei einer „Alerte rouge“, so wie es schon vor Jahren mit Experten des Wetterdienstes festgelegt worden sei.
Schuh weist in diesem Zusammenhang allerdings auch darauf hin, dass es für die Meteorologen schwierig sei, vorauszusagen, ob ein solches Gewitter überhaupt über Luxemburg niedergeht, und wenn es das tut, wo genau es sich am heftigsten entlädt. Meteolux hatte einen „Avis d’orage“ mit Windgeschwindigkeiten bis zu 75 km/h vorausgesagt, so Meteolux-„Chef adjoint“ Jacques Zimmer. 78 km/h Spitze seien am Sonntagabend von der einzigen offiziellen Wetterstation, der auf Findel, gemessen worden. „Mir louchen also net schlecht“, sagte Zimmer, wies aber auch darauf hin, dass die vorhergesagten und später dann gemessenen Werte sich ausschließlich auf Findel beziehen. „Well lokal kann dat och ganz anescht ausgesinn“, so Zimmer.
Und das tat es dann am Sonntagabend auch, obwohl das Unwetter an sich, laut 112-Chef Christopher Schuh, eigentlich ja kein außergewöhnliches gewesen sei und „just plazeweis méi schro war“.
Drahtseilakt
Vor einem leichtfertigen Umgang mit Unwetterwarnungen warnte er allerdings. Schuh sprach von einem Drahtseilakt. Würde zu häufig gewarnt und nichts passiere, würden auch dringende Warnungen irgendwann nicht mehr ernst genommen.
Doch trotz Alarmstufe orange, bei der „déi grouss Prozedur“ noch nicht eingeleitet wird, war die Notrufzentrale auf Zack. Statt drei, wie bei einer normalen Schicht, nahmen bis zu acht Mitarbeiter von Christopher Schuh die Notrufe entgegen. 722 binnen drei Stunden, eine wahre Herausforderung. Beim 113 waren es laut Pressemitteilung weitere 220.
Zu Demaart

































Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können