Im Herbst 2012 hat eine neue Direktion mit der Umsetzung der Reform der Beschäftigungsagentur Adem begonnen. Am Montag wurde eine erste Bilanz gezogen.
Arbeitsminister Nicolas Schmit erklärte am Montag, die Reform befinde sich auf gutem Weg. Es handele sich nicht um eine symbolische Reform, sondern um eine umfassende Baustelle. Doch in den vergangenen Monaten seien bereits wichtige Akzente gesetzt worden und diese Marschrichtung werde nun fortgesetzt.
25 zusätzliche Mitarbeiter
Der Rücktritt des ehemaligen Direktors Géry Meyers aus persönlichen Gründen würde nichts ändern und die Reform werde dadurch nicht verlangsamt, versicherte Schmit. Ziel ist es, auf effiziente aber auch menschliche Art und Weise zu arbeiten und es fertig zu bringen, jedem Arbeitssuchenden eine Perspektive zu bieten, sagte die neue Adem-Direktorin Isabelle Schlesser. Eine Bedingung für die Verbesserung der Arbeit der Beschäftigungsagentur ist die Anpassung der Ressourcen. 25 neue Mitarbeiter sollen noch dieses Jahr eingestellt werden. Staatsminister Jean-Claude Juncker hat die Erhöhung der Mittel der Adem bereits in der Rede zur Lage der Nation unterstützt. Doch auch bei den Arbeitsabläufen gibt es Nachholbedarf.
Die Dienstleistungen der Agentur sollen vor allem individueller und persönlicher gestaltet werden. Zuerst muss jedoch größere Klarheit geschaffen werden. Deswegen sollen sowohl die Jobsuchenden als auch die Unternehmen besser kategorisiert werden („ciblage“). Die Adem kümmert sich um Personen unterschiedlicher Alterskategorien, Ausbildungsniveaus und sozialer Hintergründe. Die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Personen und Betriebe sollen künftig stärker berücksichtigt werden. Je detaillierter die Profile umso einfacher ist die Jobvermittlung, lautet das Fazit. Die Zusammenarbeit der Agentur mit den Unternehmen muss ebenfalls verbessert werden. Doch auch die Informatik soll aufgemotzt werden.
Nicht alle Informationen zentralisiert
Bislang sind die an verschiedenen Orten gesammelten Informationen nicht alle zentralisiert. Generell hingt die Adem in punkto Sammlung von Daten und Erstellung von Statistiken noch hinterher. Ebenfalls auf der to-do-Liste stehen die Weiterbildungen. Auch hier gibt es keinen globalen Überblick über das bestehende Angebot. Es gibt also noch sehr viel zu tun. Doch es ist auch schon etwas passiert. Ein Beispiel ist das „projet jeune“.
Bei diesem Projekt werden 18 bis 25-jährige mit niedriger Qualifikation weitergebildet und an Betriebe vermittelt. In diesem Jahr werden 100 junge Leute an dieses Projekt teilnehmen.
Zusammenarbeit mit den Betrieben
In der Agentur in Luxemburg-Stadt werden bereits individuellen Betreuungsabkommen zwischen den Arbeitssuchenden und der Adem unterschrieben. Auch kümmern sich spezialisierte Agenten (Psychologen, Sozialarbeiter…) um Personen mit schwierigen Lebenssituationen, während die „conseillers professionnels“ sich auf Jobsuchende die bereit für den Arbeitsmarkt sind konzentrieren.
Damit die Reformbemühungen nicht im Sand verlaufen, gibt sich die Adem auch das Ziel, ihre Aktionen messbarer zu machen und regelmäßig und offener zu kommunizieren. Eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsmethoden sei nämlich das Ziel, so der stellvertretende Direktor Ian Tewes.
Zu Demaart
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