In Luxemburg, wie in vielen anderen europäischen Ländern, wurde in den letzten Jahren ein bedeutendes Bienensterben beobachtet. Insbesondere die Apis mellifera, Honigbiene, ist davon betroffen. Zwischen Herbst 2010 und Frühjahr 2013 soll die Anzahl der Bienenvölker in Luxemburg von 5.580 auf 3.258 gesunken sein. Dies ist ein Rückgang von über 40 Prozent.
Die Organisationen natur&ëmwelt und Greenpeace Luxemburg haben unter dem Koordinator François Benoy zu dem Thema am 21. Oktober eine Petition (pétition ordinaire) eingereicht, die bislang 6000 Unterschriften einbrachte. Auf Wunsch der Petitionskommission bei einer Sitzung am 24. Oktober, wurden die Bittsteller zu einem Meinungsaustausch am heutigen Donnerstag eingeladen. Anwesend waren unter anderem Fernand Etgen, Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz sowie Carole Dieschbourg, Umweltministerin.
«Save the Bees»
Verantwortlich für das Bienensterben werden neben der aus Asien importierten Varoamilbe insbesondere Pestiziden und die Verarmung der Kulturlandschaften verantwortlich gemacht. Die Organisationen natur&ëmwelt und Greenpeace Luxemburg haben aus diesem Grund die Kampagne «Save the Bees» gestartet.
Vor der Petitionskommission am Donnerstag betonen die Organisationen, dass es ihnen nicht nur um die Bienen gehe, sondern auch um den Wasserschutz oder um die Förderung der ökologischen Landwirtschaft. Die Bittsteller erinnern daran, dass knapp 90 Prozent aller Blütenpflanzen auf die Bestäubung durch Tiere angewiesen sind und ein Drittel der globalen Nahrungsmittelproduktion von Bienen und anderen Insekten abhängig sind.
Die Bittsteller fordern ein umfassendes Verbot der bienengefährlichsten Agrargifte ohne Ausnahmeregelungen auf nationaler Ebene. Daneben setzen sich die Organisationen für einen Aktionsplan zur Rettung der Biene ein. Dieser sieht eine bessere Überwachung der Gesundheit von Bienen vor und beinhaltet eine strengere Risikobewertung von Pestiziden.
Verbot von Nervengiften
Am 1. Dezember 2013 hatte die EU-Kommission Landwirten den großflächigen Einsatz von Pestiziden mit drei umstrittenen Nervengiften verboten. Das gilt vor allem beim Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle; diese Pflanzen fliegen Bienen gerne an. Die sogenannten Neonicotinoide könnten für Insekten gefährlich sein und ihren Orientierungssinn schädigen.
Ein Verbot von Neonicotinoiden wird von den Landwirten kritisch gesehen. Sie werden genutzt, um Saatgut zu beizen – so müssen Bauern auf den Äckern weniger spritzen. Durch ein verbot könnte der Einsatz von Spritzmittel wieder steigen, befürchten Bauernverbände.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können