Über Jahre soll ein Beamter des Landwirtschaftsministeriums nicht geschuldete Fördergelder an seine Frau gezahlt haben. Die Rede ist von 350.000 Euro. Ein doch geringer Betrag angesichts eines Jahresbudgets von 65 Millionen Euro, den der Beamte verwaltete, hatte es aus dem Landwirtschaftsministerium geheißen. Der Beamte hatte in der „Unité de contrôle“ gearbeitet, die über die Rechtmäßigkeit der den Landwirten ausgezahlten Prämien wachen sollte. Der Mann wurde in der Zwischenzeit in eine andere Abteilung versetzt.
Dir Direktor der Ackerbauverwaltung hatte den direkten Schaden, der durch diese Machenschaften entstanden ist, als verhältnismäßig gering eingeschätzt. Diese vermeintliche Verniedlichung der Affäre hat am Freitag für Aufregung gesorgt. Insbesondere die vom DNR zitierte Aussage des Asta-Direktors Léon Wietor, dass 350.000 Euro wohl als „keine so große Summe“ zu bewerten sei, hat die Bauernzentrale empört. Von Seiten der Landwirte werde eine solche Darstellung als Schlag ins Gesicht empfunden, so die Bauernzentrale. 350.000 Euro sind für die Landwirte und wahrscheinlich für die allermeisten Bürger dieses Landes ein enorm hoher Betrag, so die Bauernzentrale.
Ins gleiche Horn blasen die Grünen. 350.000 Euro würden im Rahmen des Agrarbudgets zwar verhältnismäßig wenig darstellen, aber viele Luxemburg müssten für eine solche Summe mehr als 10 Jahre arbeiten. Unverständlich ist für die Grünen, dass der Beamte über mehrere Jahre die Dossiers seiner eigenen Frau bearbeiten durfte. Das Ackerbauministerium müsse die externen und internen Kontrollmechanismen grundlegend überprüfen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können