Samstag24. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Keine Spur von Rücktritts-Gedanken

Keine Spur von Rücktritts-Gedanken

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Er werde das konsequent durchziehen. Das hat Jean-Claude Juncker in Anspielung auf Gerüchte über einen möglichen Rücktritt als Kandidat auf den Posten des EU-Kommissionspräsidenten gesagt.

Keine Spur von Rücktrittsgedanken bei Jean-Claude Juncker, trotz des massiven medialen Drucks, dem er und seine Familie in den letzten Tagen ausgesetzt sind. Er werde dem Druck nicht nachgeben, sagte er dem «Le Quotidien».

Logo" class="infobox_img" />

Logo" class="infobox_img" />

Seit mehreren Tagen wird über einen möglichen Rücktritt Junckers als Kandidaten auf die Nachfolgen von José Manuel Barroso als EU-Kommissionspräsident spekuliert. Das sei die «eleganteste Lösung», um den Weg freizumachen für einen anderen Kandidaten, der den Juncker-Gegnern genehm wäre.

Vor allem Teile der britischen Boulevard-Presse hatten Juncker vergangene Woche massiv zugesetzt. «Sun» hatte ihn als den gefährlichsten Mann für Europa bezeichnet. Dann legte das Tabloid nochmals nach, als sie Junckers Familie quasi als Nazi-Sympathisanten verunglimpfte. Junckers Vater war Zwangsrekrutierter.

Das Schweizer Wochenmagazin «Die Weltwoche» will nun in ihrer letzter Ausgabe Verbindungen zwischen den großeuropäischen Wahnvorstellungen Napoleons, Mussolinis und Hitlers und den heutigen Befürwortern der europäischen Integration, u.a. ihnen auch Jean-Claude Juncker erkannt haben. Juncker sei «der idealtypische Vertreter dessen, was in Brüssel falsch läuft», so die rechtskonservative Publikation.

Dreimal über’m Zaun

Juncker zufolge werden er und seiner Familie von der Boulevard-Presse regelrecht bedrängt. Dreimal seien diese Journalisten über den Zaun ihres Familienhauses geklettert, bis die Polizei sie dann fortjagte, so Juncker im «Le Quotidien». Er spricht von skrupellosen Journalisten. Diese hätten seine Nachbarn und seine Schwägerin befragt. Sein 90-jähriger Vater habe geweint, nachdem er entdeckt hatte, dass eine gewisse Presse ihn als Nazi bezeichnen würde, bloß weil er zwangsrekrutiert worden war, so Juncker. Er selbst sei zutiefst verletzt.

Die CSV hat am Mittwoch auf die Behauptungen in der Schweizer «Weltwoche» reagiert. Die Partei des ehemaligen Regierungschefs spricht von einer «total absurden und perfiden Fotomontage», mit der versucht werde, Jean-Claude Juncker als auch Robert Schuman mit dem Nationalsozialismus und Faschismus in Verbindung zu bringen. Das Magazin hatte auf dem Cover eine Fotomontage von Napoleon, Mussolini, Hitler, Schuman und Juncker veröffentlicht.

Es werde versucht, die Europäische Union, «welche auf den Werten des Rechtsstaats, der Demokratie und den Menschrechten beruht, mit den menschenverachtenden Verbrechen dieser Regimes gleichzusetzen», so die CSV, die diese «bösartigen Diffamierungen aufs Schärfste» verurteilt.