In letzter Zeit war nicht immer nur Gutes über Flüchtlingsunterkünfte in Luxemburg zu hören. Was den LSAP-Abgeordneten Georges Engel dazu veranlasste, bei Integrationsministerin Corinne Cahen nachzufragen, wie es hierzulande mit den Standards aussieht und wie die Ankömmlinge bei der sozialen Integration unterstützt werden.
Die Standards in den Unterkünften werden europaweit von einer Kooperationsplattform (Perco) des Roten Kreuzes festgelegt, so Cahen. Damit hier in Luxemburg sichergestellt werden kann, dass die neuen Unterkünfte diesen Kriterien entsprechen, sei das OLAI zusammen mit der «Administration des bâtiments publics» dabei, ein Programm für einen standardisierten Aufbau der Unterkünfte auszuarbeiten. Inspiriert sei dieses Programm natürlich am Beispiel der Plattform Perco.
Meldung jedes Normmangels
«Die neuen Unterkünfte, die von den ‚Bâtiments publics» bereitgestellt werden, fallen zudem unter die Kontrolle der ‚Inspection du travail et des mines'», so Cahen in ihrem Antwortschreiben. Bei den bereits bestehenden Unterkünften sollen größere Renovierungen vorgenommen worden sein oder seien noch in Planung. Diesbezüglich arbeite das OLAI auch eng mit dem «Service d’incendie et de sauvetage» zusammen, um die nötigen Sicherheitsmaßnahmen in den Unterkünften zu gewährleisten. Auch müssten die Aufseher jeden Normmangel melden, so Cahen weiter.
Neben den zu beachtenden Lebensstandards geht es bei den Flüchtlingsaufnahmen aber auch darum, den Ankömmlingen die nötige soziale Betreuung zu gewährleisten, um ihnen die Integration zu erleichtern. Hierzu zählt unter anderem auch die Möglichkeit, Zugang zum Internet zu haben.
Zu diesem Punkt betonte Cahen, dass man für rund 35 vom OLAI betreute Unterkünfte einen Internetanschluss beantragt habe. Bisher hätten aber nur vier Einrichtungen, die als prioritär gewertet wurden, Internetzugang. Hierzu zählen die Flüchtlingsheime Lily Unden, Don Bosco, in Bourscheid und Tandel.
Betreuung bei der Arbeitssuche
Neben dem Internetzugang ist aber vor allem die Betreuung bei der Arbeitssuche von Bedeutung. Dies betrifft natürlich nur die Flüchtlinge, deren Asylantrag bewilligt wurde. «Was die Betreuung bezüglich der Arbeitssuche angeht, hat die Regierung beschlossen, eine Datenbank zu erstellen, die von der Einwanderungsdirektion sowie vom OLAI mit Basisdaten der anerkannten Flüchtlinge versorgt wird», so Cahen. Ziel sei es somit, der ADEM zu helfen, proaktiver mit Verbänden, Vereinen und Arbeitgebern zusammenzuarbeiten, um die Flüchtlinge so schnell wie möglich in die Arbeitswelt zu integrieren.
Des Weiteren entwickele die ADEM zusammen mit der Fedil («Fédération des industriels luxembourgeois») ein Wertungssystem. Durch dieses können die Mitglieder des Verbands die Flüchtlinge, die bei der ADEM eingeschrieben sind, im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs einschätzen, erläuterte Cahen. Was voraussichtlich die gezielte Arbeitssuche erleichtern wird. Auch habe das «Luxembourg Centre for Systems Biomedicine» der Universität Luxemburg angeboten, den Flüchtlingen beim Verfassen eines Motivationsschreibens oder eines Lebenslaufs behilflich zu sein.
Bei der Wohnungssuche sollen Flüchtlinge die gleiche Hilfe erhalten wie andere Einwohner hier in Luxemburg, so Cahen in ihrem Antwortschreiben. Sie müssen somit einen Antrag bei einem der öffentlichen Bauträger oder einer entsprechenden Organisation einreichen, die Wohnraum zu moderaten Preisen anbietet.
Zu Demaart
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