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Gemeinden ohne Strom

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Wegen mehrerer stillliegender Atomreaktorblöcke bereitet Belgien Stromabschaltungen für den Winter vor. Betroffen sind unter anderem mehrere Provinzen Walloniens.

Innenminister Melchior Wathelet hat am Mittwoch einen Plan vorgelegt, wonach in mehreren Regionen im kommenden Winter notfalls für mehrere Stunden am Tag der Strom abgeschaltet wird, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

Große Städte sollen nicht betroffen sein. Der Minister bekräftigte, dass alles getan werde, um diese Notmaßnahmen zu verhindern. Mit den zeitweisen Abschaltungen soll verhindert werden, dass ein kompletter Blackout das gesamte Land lahmlegen könnte. Wathelet forderte die Belgier zum Stromsparen auf.

Mehrere wallonische Provinzen betroffen

Wathelet ließ am Mittwoch den Provinzgouverneuren die Karte mit den Zonen zustellen, in denen je nach Bedarf der Strom abgeschaltet werden soll. Sollte dies notwendig werden, würden in erster Linie die Provinzen Liège, Hainaut, Brabant Wallon, Limbourg, Anvers, Brabant flamand und Ostflandern abgeschaltet. Neben großen Städten sollen auch Gebiete mit Industrien der Klasse Seveso nicht von der Sparmaßnahme ausgeschlossen bleiben.

Derzeit geht man davon aus, dass der Strom für höchstens vier Stunden unterbrochen wird und das voraussichtlich am frühen Abend, wenn der Stromverbrauch Spitzenwerte erreicht.

Störungen in den Atomanlagen

Begründet wird der Notfallplan mit Störungen in den zwei Atomreaktoren Belgiens. Der Atomreaktorblock Doel 4 ist wegen der Störung einer Dampfturbine im nicht-nuklearen Teil bis voraussichtlich Ende des Jahres außer Betrieb.

Im März waren die beiden Blöcke Doel 3 und Tihange 2 bereits aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden. Bereits im Sommer 2012 waren Tausende Mikrorisse im Stahl der Reaktorbehälter von Tihange 2 und Doel 3 festgestellt worden.

Das Atomkraftwerk Doel etwa 15 Kilometer von Antwerpen entfernt, und die Nuklearreaktoren von Tihange unweit von Huy sind die einzigen Nuklearkraftwerke Belgiens, die derzeit noch in Betrieb sind. Sie stellen über die Hälfte der Stromenergie des Landes her.