Kein Knast, dafür eine angepasste Geldstrafe. Das ist die Forderung der Staatsanwaltschaft am Ende des Prozesses gegen den Chef der Piratenpartei Sven Clement. Der Ball liegt nun beim Richter. Ein Urteil wird am 16. Oktober erwartet.
Warum gegen Clement ermittelt wurde
5. Januar 2012:
Sven Clement kommt zur einer Untersuchung in einem Centre médico-sportif. Dabei sieht er die Passwörter an einem Computer geheftet.6. Januar 2012:
Sven Clement meldet den Datenschluder dem «Computer Incident Response Center Luxembourg» (CIRCL).9. Januar 2012:
An diesem Tag loggt sich Clement ein zweites Mal in den Rechner des Centre médico-sportif ein. Das wird ihm zum juristischen Verhängnis. Die Staatsanwaltschaft sieht hier einen klaren Verstoß gegen den Datenschutz.
Da Clement bis vor kurzem noch Student war, und erst im Oktober einen festen Job hat, soll die Geldstrafe angepasst werden, so die Erklärung der Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen vor Gericht. Sven Clement ist sich keiner Schuld bewusst. «Ich wollte nur die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass es sowas auch in Luxemburg gibt,» sagte er vor Prozessbeginn.
Kleiner Zettel
Bei einem medizinischen Check im Centre médico-sportif Anfang Januar 2012 war Sven Clement in den Besitz eines Passwortes der Datenbank der Einrichtung gelangt. Die Passwörter waren auf kleinen Zettel an den Computern geheftet.
Die Piratenpartei hatte damals die unprofessionellen und unseriösen Sicherheitsstandards beim Speichern solcher Daten kritisiert. «Es ist inakzeptabel, wie fahrlässig das Sportministerium unter Leitung von Minister Romain Schneider bei der Planung dieser Datenbank gehandelt hat», sagt Sven Clement im Januar 2012.
CIRCL
Die Justiz startete wenig später Ermittlungen gegen Sven Clement. Obwohl er den Datenschluder dem «Computer Incident Response Center Luxembourg» (CIRCL) gemeldet hatte, loggte er sich erneut in die Datenbank ein. Dies wurde ihm zum juristischen Verhängnis.
Zu Demaart
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