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Gefährliche Beziehungen

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Ein hoher Regierungsbeamter im Familienminisrterium ist in Ungnade gefallen, weil er Kontakt zum Parteipräsident und ehemaligen Familienminister Marc Spautz pflegte.

Pierre Jaeger, einem hohen Funktionär des Familienministeriums, wird vorgeworfen noch immer zu enge Kontakte zu seinem früheren Chef und Parteipräsidenten Marc Spautz zu unterhalten. Das meldet paperjam auf seiner Webseite.

Logo" class="infobox_img" />Ministerin Corinne Cahen ist über das Verhalten des hohen Beamten «not amused». (Tageblatt-Archiv)

Er wurde angeblich inzwischen «kaltgestellt». Ausschlaggebend für die Entscheidung der Ministerin war eine von Spautz an Jaeger gesendete SMS, die fälschlicherweise bei der Familienministerin Corinne Cahen gelandet ist. «Salut Pierre!», so begann der Text des Schreibens, in dem Spautz beim Beamten Einzelheiten über die Pläne der Ministerin erfahren wollte.

Er habe um Informationen im Zusammenhang mit einem Projekt gebeten, das er seinerzeit als Familienminister initiiert habe, sagte Marc Spautz am Donnerstag Tageblatt.lu. Das sei noch vor den Sommerferien gewesen. Zuerst habe er sich jedoch an die Familienministerin selbst gewandt, so Spautz.

Erklärungen

Nach der SMS-Affäre wurde Pierre Jaeger von Cahen vorgeladen. Dort soll er beteuert haben, sämtliche Kontakte mit seinem ehemaligen Chef abgebrochen zu haben und nicht auf die SMS geantwortet zu haben. Er wolle sich auf seine Aufgabe als Präsident des Fonds national de solidarité konzentrieren, heißt es. Umso erstaunt war die Ministerin, als bekannt wurde, dass Jaeger im März mit Marc Spautz beim gemeinsamen Essen gesehen worden war, schreibt paperjam. Der Beamte sagte der Ministerin, er habe ihr nichts über dieses Treffen erzählt, weil er es vergessen habe.

Resultat: Das Vertrauen der Ministerin ist angeblich futsch. Und der Mann, der als «premier conseiller de gouvernement» mit anderen hohen Funktionären regelmässig die Sitzungen des Ministerrats vorbereitete, ist seither bei diesen Tagungen nicht mehr erschienen. Ersetzt wurde er von einem anderen hohen Beamten des Ministeriums, Dan Theisen, der Mitglied der DP ist. Auffallend waren in jüngster Zeit Indiskretionen aus dem Familienministerium, die auf «unergründlichen» Wegen in die Presse gelangt waren, ohne dass die Regierung offiziell dazu Stellung bezogen hatte.