Sonntag1. Februar 2026

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Frankreich stärkt Opposition

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Der Westen denkt im Syrienkonflikt zunehmend an militärische Maßnahmen. Frankreich umwirbt die Opposition und will ein Ende des Waffenembargos.

Im Syrienkonflikt wächst der internationale Druck auf das Regime von Baschar al-Assad. Frankreich stärkte der syrischen Opposition am Samstag mit einer diplomatischen Geste weiter den Rücken: Künftig soll die Anti-Assad-Allianz dort den Botschafter Syriens stellen. Paris denkt auch über Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen nach.

Zugleich mehren sich die Hinweise auf einen Nato-Einsatz an der türkisch-syrischen Grenze. Das Regime bereitet derweil im Großraum Damaskus eine neue Offensive vor.

«Botschafter der Allianz»

Als erstes Staatsoberhaupt empfing der französische Präsident François Hollande am Samstag den Chef des neu gebildeten syrischen Oppositionsbündnisses. «Es wird einen Botschafter Syriens in Frankreich geben, der vom Präsidenten der Allianz (des Oppositionsbündnisses) bestimmt wird», sagte er nach einem Gespräch mit dem syrischen Oppositionsführer Ahmed Muas al-Chatib in Paris.

Nach Angaben aus der Opposition soll der Aktivist Munther Machos der Gesandte der Regimegegner werden. Der Assad-Gegner lebt schon lange im Exil in Frankreich und Algerien. Erst in der vergangenen Woche hatten die Oppositionellen nach langem Streit eine Syrische Nationale Allianz gegründet. Als einziges westliches Land erkennt Frankreich das Bündnis als legitime Vertretung Syriens an.

«Patriot»-Raketen

Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» steht ein Nato-Einsatz an der türkisch-syrischen Grenze bevor. Dort sollen in Kürze Flugabwehrraketen vom Typ «Patriot» verlegt werden. An diesem Montag wolle die Türkei eine offizielle Bitte an die Nato richten und zum Schutz ihres Territoriums «Patriot»-Raketensysteme anfordern. Die Nato werde der Bitte umgehend entsprechen.

Die Raketen würden dem Schutz der Türkei dienen. Sie könnten aber auch beitragen, faktisch eine Flugverbotszone im Norden Syriens einzurichten, was den Regimegegnern helfen würde.

Die syrischen Regierungstruppen riegelten derweil alle Straßen ab, die in die umkämpften Gebiete am Stadtrand und im Umland von Damaskus führten. Dazu gehörten auch die Viertel Nahr Aischa und Al-Tadhamun, wie Aktivisten sagten. Das syrische Staatsfernsehen meldete, dass mit den Straßensperren die Belagerung der «Terroristen» verstärkt werde. Der blutige Konflikt in Syrien dauert seit 20 Monaten an. Nach Angaben von Aktivisten kostete er 39 000 Menschen das Leben.