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Frankreich plant dutzende neue AKW

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Der französische Energieversorger EDF plant den Bau von "mehreren Dutzend" neuen Atomreaktoren in Frankreich.

Der bisherige Bestand an Atomkraftwerken in Frankreich soll erneuert werden, teilte der Chef des Staatskonzerns, Jean-Bernard Lévy, am Freitag mit. Ab frühestens 2028 sollen demnach in Frankreich «neue Modelle» des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) gebaut werden. Sie sollen bis etwa 2055 die aktuelle Generation von Reaktoren ersetzen. Laut Lévy sollen insgesamt 30 bis 40 der vom französischen Atomkonzern Areva entwickelten EPR gebaut werden.

Um die Finanzierung des Großprojektes zu sichern, baut das Unternehmen auf das Interesse von Investoren. Vor der Erneuerung will EDF zudem rund 50 Milliarden Euro in die Instandhaltung alter Reaktoren stecken, die dann bis zu 60 Jahre laufen könnten. Mit dem Bau des neuen Reaktortyps EPR hatten EDF und Areva bisher große Probleme. Ursprünglich sollte ein EPR im nordfranzösischen Flamanville schon 2012 in Betrieb genommen werden. Es kam aber immer wieder zu Schwierigkeiten bei den Bauarbeiten und Bedenken der Sicherheitsbehörden, sodass er nun frühestens Ende 2018 ans Netz gehen soll.

Kosten explodierten

Auch die Kosten explodierten: Ursprünglich wurden sie mit 3,3 Milliarden Euro veranschlagt, mittlerweile korrigierte EDF sie auf 10,5 Milliarden Euro nach oben. Frankreichs staatliches Institut für Nukleare Sicherheit bemängelte im September beim Reaktor in Flamanville «Funktionsschwierigkeiten» bei den Sicherheitsventilen, die Atomaufsicht ASN meldete im April Problem beim Stahl im Reaktorbehälter.

Neben der Anlage in Flamanville sind weltweit drei weitere EPR-Reaktoren im Bau. Eine von zwei Anlagen in China soll bereits Ende dieses Jahres ans Netz gehen, eine weitere entsteht in Finnland.