Freitag23. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Fast vier Prozent hatten einen Unfall

Fast vier Prozent hatten einen Unfall

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

LUXEMBURG - In den letzten zwölf Monaten hatten 3,8 Prozent der Arbeitnehmer einen Unfall. 8,1 Prozent der Befragten erklären, durch die Arbeit gesundheitliche Probleme zu haben.

Anlässlich des Welttags der Gesundheit und der Sicherheit am Arbeitsplatz am 28. April hat der Statec eine Studie über die Arbeitsunfälle in Luxemburg durchgeführt. Ihr zufolge hatten in den letzten zwölf Monaten 3,8 Prozent der Arbeitnehmer einen Arbeitsunfall. Laut Statec hatten 8,1 Prozent der befragten Angestellten gesundheitliche Probleme durch ihre Arbeit. Zwei von drei Befragten erklärten außerdem, erheblichen Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz ausgesetzt zu sein.

2007 hatte der Statec schon eine ähnliche Studie durchgeführt. Damals lag die Unfallquote noch bei 3,4 Prozent. Bei der Umfrage wurden die Unfälle, die auf dem Weg zu oder von der Arbeit passieren nicht berücksichtigt. 14 Prozent der gemeldeten Arbeitsunfälle ereignen sich auf dem Arbeitsweg.

Männer haben häufiger einen Arbeitsunfall (4,1 Prozent), als Frauen (3,3 Prozent). Bei Frauen und Männern ist das Unfallrisiko in der Alterskategorie 15 – 24 Jahren am höchsten. Die Häufigkeit von Arbeitsunfällen hängt von der Arbeit ab. Die sogenannten «Blauhemden» leben gefährlicher als Beschäftigte, die einen Bürojob haben. Hier gibt auch über die Hälfte der Arbeitnehmer an, einem höheren Unfallrisiko exponiert zu sein. In der Landwirtschaft, der Industrie und dem Handwerk passieren die meisten schweren Unfälle, so der Statec. Das Unfallrisiko sinkt, je höher das Bildungeniveau ist.

Teilweise lange Abwesenheiten

Bei einem Drittel der Arbeitsunfälle bleibt das Opfer weniger als drei Tage zu Hause. In 26 Prozent der Fälle wird der Arbeitnehmer zwischen 4 und 14 Tagen krankgeschrieben und bei einem Drittel der Fälle fällt der Angestellte länger als zwei Wochen aus. Bei einem Viertel der Fälle dauert die Abwesenheit sogar länger als einen Monat.

Gaben 2007 noch 3,8 Prozent der Befragten an, gesundheitliche Probleme durch die Arbeit bekommen zu haben, so sind es jetzt 8,1 Prozent. Hier sind mehr Frauen als Männer betroffen. Ältere Personen berichten ebenfalls öfters von gesundheitlichen Einschränkungen. Aber auch hier sind die sogenannten «Blauhemden» stärker betroffen als die anderen beruflichen Kategorien.

Kopf, Augen, Rücken, Genick …

Bei den festgestellten Krankheiten liegen Stress, Depression und Angestzustände an der ersten Stelle. Sie stellen etwa ein Viertel der diagnostizierten Gesundheitsprobleme dar. Danach folgen Muskel- und Gelenkprobleme. Oft tun der Rücken und das Genick weh. Frauen leiden oft an Infektionen, Sehstörungen und Kopfschmerzen. Bei Männern werden oft Herzkrankheiten, Probleme mit dem Verdauungsapparat, den Lungen, dem Rücken oder den Beinen festgestellt.

Die Hälfte der Arbeitnehmer müssen bei ihrer Arbeit ihre Augen anstrengen. 22 Prozent der Befragten erklärten, ihre Arbeit beinhalte ein hohes Unfallrisiko. Jeweils 21 Prozent gaben an, schwere Lasten zu heben oder in unbequemer Lage zu arbeiten. Unter massivem Lärm leiden 16 Prozent der Angestellten. 15 Prozent der Arbeitnehmer arbeiten indes mit giftigen oder schädlichen Substanzen.

Bei den psychologischen Problemen gab die Hälfte der Arbeitnehmer an, unter Zeitdruck zu arbeiten. Auch das zu hohe Arbeitspensum wird oft kritisiert. Über Mobbing oder Diskriminierungen beklagten sich nur 12 Prozent, über Gewaltausbrüche 7 Prozent. Moral und Körper sind eng miteinander verbunden: 20 Prozent der Mobbing-Opfer haben auch körperliche Probleme, so das statistische Amt.

Eingeschränkt?

20 Prozent der Arbeitnehmer geben an, gesundheitliche Probleme zu haben, die sie aber aber nicht bei der Arbeit einschränken. 42 Prozent sind teilweise und 37 Prozent sehr eingeschränkt.

2012 wurden 16.000 Arbeitsunfälle gemeldet, darunter 14 tödliche, so der Statec und beruft sich dabei auf die Statistik der AAA (Association d’assurance accident). Die Beschäftigungsrate habe sich im Vergleich zu 1995 um 75 Prozent erhöht, die Anzahl der Arbeitsunfälle sei im selben Zeitraum aber stabil geblieben. 2012 wurden 533 Fälle von «berufsbedingten Krankheiten» bei der AAA gemeldet. Davon wurden jedoch nur 127 anerkannt.