Im Bahnhofsviertel in Luxemburg-Stadt wurden seit mehreren Monaten Heroin von hoher Qualität verkauft. Und dies zu Dumpingpreisen, schreibt die Polizei am Freitag. Ermittler der Drogenabteilung wurden hellhörig. Ermittlungen wurden in die Wege geleitet.
Zehn Wochen lang wurden Verdächtige beobachtet, abgehört und beschattet. Anfang der Woche schlug die Polizei zu. Neun verdächtige Heroinhändler wurden in den vergangenen Tagen festgenommen. Sie sitzen derzeit in Untersuchungshaft.
Verkaufsfertige Päckchen
In Luxemburg-Stadt, Esch/Alzette und Oberkorn wurden in vier Häusern fast ein Kilo Heroin sichergestellt. Die Polizei spricht von konspirativen Wohnungen. Die Drogen waren in verkaufsfertigen Päckchen verpackt. Der Straßenverkaufswert der Ware liegt bei rund 21.000 Euro.
Zudem wurden 12.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Sie sollen aus dem Drogenverkauf stammen. Das meiste Geld soll laut aktuellen Ermittlungen ins Ausland geflossen sein.
Nigerianische Bande
Es ist damit der zweite große Schlag gegen eine Drogenbande in Luxemburg innerhalb von zwei Monaten. Ende Oktober wurden bei einer Razzia in Wasserbillig 16 Personen verhaftet. Dabei handelte es sich um eine organisierte Bande aus Nigeria. Über Wasserbillig wurde im großen Stil Kokain-Handel zwischen Luxemburg und Belgien betrieben.
Organisierte Banden aus Nigeria (Link) dominieren seit Jahren den Drogenmarkt in Luxemburg. Meist getarnt als politische Flüchtlinge reisen sie ein und bauen anschließend ein dichtes Netz für harte Drogen auf.
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