Schwere Vorwürfe hatte vergangene Woche André Glodt, zuletzt Sektionschef beim Ermittlungsdienst, gegen Polizeioffizier Armand Schockweiler erhoben. Letzter soll 1996 Beweisstücke im Zusammenhang mit der Bommeleeër-Affäre aus dem Archiv mitgenommen haben. Glodt berichtete auch von einer Räumungsaktion im Keller des damaligen Polizeisitzes in Luxemburg.
Am Montag stehen sich Glodt und Schockweiler vor Gericht gegenüber. Schockweiler ist entsetzt über Glodts Aussagen. Er weist alle Vorwürfe von sich. Er bestreitet, in besagtem Jahr (1996)jemals dort gewesen zu sein, sagt er. «Ich war seit 1992 nicht mehr im Erkennungsdienst», sagt er. Glodt rudert zurück; «In meinem Kopf habe ich die Erinnerung, dass Armand Schockweiler bei mir war. Ich muss wohl komplett falsch liegen.» Dennoch wiederholt er, dass Schockweiler beim ihm im Archiv war. Glodt erklärt, dass die Beweismittel in Kisten, Schubladen, Säcken und Umschlägen waren: «So kann ich mich daran erinnern, wie ich mich auch an Schockweiler erinnern kann.»
Schockweiler beteuert seinerseits, er habe nicht unternommen, um Beweisstücke verschwinden zu lassen. «Ich stelle fest, dass hier einer lügt», schlussfolgert Richterin Sylvie Conter.
In den Zeugenstand tritt dann Ernest Junk. Zur Zeit der Bombenanschläge war er zweiter Mann in der Waffenkammer. Er war an mehreren Tatorten. Vor Gericht erklärt er, wie die Sprengfalle von Asselscheuer entschärft wurde.
Sprengladungen auch in den 1990er Jahren
Junk überrascht das Gericht mit der Information, dass in den 1990er Jahren erneut Sprengsätze an Strommasten entdecket worden waren. Ermittler Carlo Klein springt ein: Das war 1992. Es sei eine andere Baureihe gewesen und hatte nichts mit den Bommeleeërn zu tun, sagt er. Die Täter konnten nie überführt werden.
Wie ein anderer Zeuge vergangene Woche weiß auch Junk von einer «Räumaktion» zu berichten, dieses Mal in der Waffenkammer. So lag jahrelang ein Beweisstück im Waffenkammerraum. Ende 1990er Jahre verschwand es. Junk spricht von einer «Super-Räumaktion». Alles sei weg gewesen: Schränke, Vitrinen. Das meiste landete im Munitionslager Waldhaff. In der Waffenkammer wurden Sprengstoffe und Munition gelagert. Das alles wurde auf Waldhaff fachmännisch entsorgt. Auf den Dynamitstangen hätte man kaum Fingerabdrücke der möglichen Bommeleeër finden können, so Junk und nennt das Wachspapier, das um den Sprengstoff gewickelt war, als Ursache.
Nächster Zeuge ist am Montag Armee-Sprengstoffmeister Patrick de Paoli. Seine Einheit sei niemals um Rat gefragt worden, sagt er vor den Richtern aus. Da habe man sich Gedanken gemacht, sagt de Paoli. Die Bommeleeër seien keine Profis gewesen, so der Zeuge auf eine Frage von Richterin Sylvie Conter. Sie hätten nicht wie Profis gearbeitet. «Sie hatten wohl militärische Grundkenntnisse».
Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt mit der Befragung weiterer Zeugen.
Zu Demaart
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