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Eine unhaltbare Situation

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Am Dienstag wurde eine Zugführerin von einem Mann im Ettelbrücker Bahnhof verprügelt. Die FNCTTFEL, die CFL und der zuständige Minister reagierten am Freitag auf den Vorfall.

Der FNCTTFEL-Landesverband spricht von einer „unhaltbaren Situation“ und zeigt sich entrüstet über den jüngsten Vorfall im Bahnhof Ettelbrück. „Eine CFL-Zugbegleiterin wurde durch Faustschläge schwer verletzt. Und dies, weil sie ihrer Pflicht als CFL-Beamtin nachging. Auch wenn es allseits bekannt ist, dass es strengstens untersagt ist, die Gleise zu überqueren, war ein wohl unvorsichtiger Bürger zu Fuß auf den Gleisen unterwegs. Die CFL-Zugbegleiterin wies den Mann auf sein Fehlverhalten hin, woraufhin dieser die CFL-Beamtin tätlich angriff und ihr somit schwere Verletzungen zufügte.“

Mehrmals habe der Landesverband darauf hingewiesen, dass solchen Vorfällen unbedingt vorgebeugt werden müsste. „Trotzdem müssen wir fairerweise erwähnen, dass die nationale Eisenbahnbahngesellschaft in den letzten Jahren viele Maßnahmen ergriffen hat, um das aggressive Verhalten von Bahnbenutzern oder Drittpersonen einzudämmen. Wir unterstützen die Eisenbahn in ihrem Vorgehen, trotzdem kündigen wir hiermit an, dass wir uns gezwungen sehen, auf andere Aktionen zurückzugreifen, wenn sich ein Fall wie dieser in Ettelbrück noch einmal wiederholen sollte.“ Das gehöre auch zu einem qualitativ hochwertigen Angebot, so die Verbandsleitung abschließend.

Der zuständige Minsiter François Bausch ließ gestern bekannt geben, dass für den 22. Juli nun eine Sitzung des „Comité de pilotage sécurité“ einberufen wurde. Dies sei auf Druck des Landesverbandes passiert, so die FNCTTFEL. Sowohl die CFL-Bahnbenutzer als auch die Mitarbeiter der nationalen Bahngesellschaft müssten sich im öffentlichen Transport sicher fühlen. Bei diesem Treffen soll über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen gesprochen werden, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Die Zahl der Agressionen sinkt

Vonseiten der CFL bedauert man ebenfalls den Vorfall. Warum wurde er nicht eher publik gemacht? Der Sprecher der Bahngesellschaft Romain Meyer betont in diesem Zusammenhang, dass die Polizei mormalerweise die Übergriffe auf das Bahnpersonal meldet und nicht die CFL.

Im Allgemeinen gehen die Angriffe auf Schaffener aber zurück, so Meyer weiter. 2011 wurden noch 32 Krankmeldungen nach Attacken gezählt, im letzten Jahr nur noch 15. Zu den Angriffen werden nicht nur die körperlichen Attacken gezählt, sondern auch die verbalen Attacken und Belästigungen des Zugpersonals. In Deutschland würden leicht mehr Fälle registriert als in Luxemburg. In Belgien würden dreimal so viele Angriffe gemeldet. Aus Frankreich kenne man keine Zahlen, so Meyer.

«Abschrecken», heißt die Devise

Der Rückgang der Agressionen in Luxemburg sei durch vorbeugende Maßnahmen zu erklären, allen voran die Präsenz von Sicherheitspersonal in den Bahnhöfen, an diversen Haltestellen und in den Zügen. Im Augenblick arbeiten 31 Sicherheitsbeamte für die CFL, die aber auch Verträge mit privaten Sicherheitsunternehmen unterschrieben hat.

Abschreckend wirken auch die Kameras, die in den Bahnhöfen und in den Zügen installiert wurden, so Meyer.
Insgesamt überwachen 329 Kameras die Bahnhöfe und Haltestellen. Alleine im Bahnhof Luxemburg wurden 88 Kameras aufgehängt. In Belval sind es 44. 936 Kameras passen auf die Passagiere in den Zügen auf und 690 Kameras sollen Angriffe in den Bussen verhindern.

Spezielle Ausbildung

Das Zugpersonal werde des Weiteren speziell ausgebildet, um Eskalationen zu vermeiden, erklärt der CFL-Sprecher. Opfer einer Agression werden psychologisch betreut. Sie bekommen während einer gewissen Zeit einen sogenannten «Coach» an die Steite gestellt, der sie zu Arzt- und Gerichtsterminen begleitet. Im Falle der am Dienstag attackierten Mitarbeiterin habe die CFL Zivilklage eingereicht. Das Opfer seinerseits habe eine Klage beim Strafgericht angestrengt.

Kann gegen die Angreifer ein Zugverbot ausgesprochen werden? «Nicht von der CFL», betont Meyer. Es gebe aber eine Prozedur, die zum Beispiel Wiederholungstätern den Zugang zum öffentlichen Transport verbietet. Die Entscheidung liege aber beim Transportminister. «Und da gab es schon einige Fälle», so Romain Meyer.

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