Der Präsident des Landesverbandes Jean-Claude Thümmel hielt am Freitag im Casino syndical in Bonneweg eine etwa 50-minütige Rede, die viel Applaus bekam. Es war seine erste Rede als FNCTTFEL-Chef. «Schluss mit der Politik, die auf Kosten der Schwachen» geht, gab Thümmel eingangs seinen Aufführungen den Ton an.
Die allgemeine wirtschaftliche Lage sei gut, so Thümmel in seiner Rede in einem gut gefüllten Saal. Deshalb müsste unter anderem die vorübergehend eingeführte Haushaltsausgleichsteuer von 0,5 Prozent sofort zurückgezogen werden. Sie habe keine Daseinsberechtigung mehr. Auch die Mehrwertsteuer-Erhöhung um zwei Prozent sei nicht notwendig, so der Vorsitzende des Landesverbandes.
«Zahlt die Rentner aus»
Thümmel ist ebenfalls die Annulierung der Rentenanpassung um 1,5 Prozent, die am 1. Januar 2013 kommen sollte, ein Dorn im Auge. Sie sei geschuldet und müsse nachträglich ausgezahlt werden. Er forderte in diesen Zusammenhang auch die Auszahlung der in diesem Jahr fälligen Anpassung (+0,5Prozent).
Die FNCTTFEL wehrt sich gegen jeden weiteren Sozialabbau, hieß es am Freitag. «Finger weg vom Index», warnte in diesem Zusammenhang der Präsident.
Wahlrecht für alle Einwohner
Was das Referendum vom 7. Juni anbelangt, so spricht sich der Landesverband für das Einwohnerwahlrecht aus, d.h. alle in Luxemburg lebenden Personen sollen das Recht haben, bei den Wahlen ihre Stimme abzugeben. Es sei nicht normal, dass 45 Prozent der Bevölkerung vom politischen Leben ausgeschlossen werde, so Thümmel.
Der Kampf gegen die geplanten Freihandelszonen TTIP, CETA und TISA (im öffentlichen Dienst) gehe weiter, versprach der FNCTTFEL. Er widersetzt sich nach wie vor dem Ausverkauf des öffentlichen Dienstes.
Schließlich wurde am Freitag noch einmal betont, dass der Landesverband gegen jegliche Form der Liberalisierung und in diesem Zusammenhang, u.a. das vierte Bahn-Paket der EU, sei. Die Gewerkschaft widersetzt sich auch der Reduzierung des Gehalts der Staatsbeamten auf 80 Prozent des Anfangsgehaltes während ihres Praktikums. Die Verlängerung des Praktikums auf zwei Jahre sei nicht gerechtfertigt, monierte Thümmel weiter. Und auch die Bewertung der Beamten müsse abgeschaft werden.
Schließlich soll die Regierung Zukunftspaket überdenken, rät der FNCTTFEL-Chef. Es sei ein Etikettenschwindel, der nicht die erhofften Resultate bringe, unter anderem weil am falschen Platz gespart würde.
Mehr zum 1. Mai der Gewerkschaften:
Zu Demaart








Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können