Donnerstag29. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Die Regierung vermittelt

Die Regierung vermittelt

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Eigentlich wollte der OGBL mit der Protestaktion am Donnerstag Druck auf die Direktion von Hëllef Doheem ausüben. Doch die Vermittlerrolle der Regierung könnte den Druck abschwächen.

Eine eilig einberufene Pressekonferenz lässt am Mittwoch nichts Gutes erahnen. Im Hauptsitz des OGBL erfahren die Medienvertreter am Nachmittag, dass nun die Regierung in der Sache Hëllef Doheem die Vermittlerrolle übernimmt.

Aus Kostengründen will die Pflegeeinrichtung 90 Arbeitsplätze streichen und Einrichtungen (Link) schließen. Die Gewerkschaften OGBL und LCGB kritisierten heftig die Informationspolitik von «Hëllef Doheem»-Direktor Benoît Holzem. Die Direktion habe den Sozialdialog bewusst verweigert und verstecke sich nun hinter dem Vorwand einer finanziell schwierigen Situation, die jedoch komplett intransparent sei und für die es keinerlei Belege gäbe.

Seit einer Woche versuchte der OGBL in drei Gesprächsrunden mit der Direktion einen «Plan de maintien dans l’emploi» sowie eine Arbeitsplatzgarantie für die 90 Jobs zu erreichen – ohne Erfolg. Als Konsequenz brach der OGBL die Verhandlungen am Dienstag ab (Link).

Druck auf Direktion

„Wir sahen uns gezwungen, die Regierung zu kontaktieren“, so Nora Back vom OGBL am Mittwoch vor versammelter Presse. Eigentlich sollte die Regierung aus dem Spiel gelassen werden, da der OGBL mit seiner Protestaktion am Donnerstag großen Druck auf die Direktion von Hëllef Doheem ausüben wollte. Ein dritter Akteur (Regierung) könnte den Druck auf die Direktion schwächen, so der OGBL.

Da aber der LCGB diesen Schritt bereits vollzogen hatte, musste der OGBL schnell reagieren. Bislang hatten beide Gewerkschaften an einem Strang gezogen, seit Mittwoch weht der Wind aber aus einer anderen Richtung. Ein „Kleinkrieg“ scheint ausgebrochen zu sein. Für Donnerstag wollen sich aber beide Gewerkschaften zusammen an der Protestaktion beteiligen.

Regierung als Vermittler

Der OGBL sieht sich in der Angelegenheit Hëllef Doheem federführend und kontaktierte am Mittwoch ebenfalls die Regierung. Es folgte ein Gespräch mit Sozialminister Romain Schneider und Familienministerin Corinne Cahen. Fazit des Treffens: Die Regierung schließt sich der Position des OGBL an und unterstützt dessen Forderungen: Null Entlassungen und Stopp des Sozialplans.

Die Regierung schlägt vor, Konsultationen mit den Sozialpartnern (OGBL, LCGB) und der Direktion von Hëllef Doheem zu führen. Demnach will die Regierung eine Dreier-Runde zusammentrommeln und eine Lösung aus der Sackgasse finden. Sie übernimmt die Rolle des Vermittlers.

Keine Entlassungen zulassen

„In diesem Sektor darf es niemals zu Entlassungen kommen“, betont Nora Back am Mittwoch. „Wir hatten beim Gespräch mit der Regierung das Gefühl, dass letztere noch weniger Durchblick bei den Finanzen hat als der OGBL. Dabei wird Hëllef Doheem von öffentlichen Geldern finanziert.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatten 300 Angestellte an einer Protestaktion des OGBL und LCGB in Esch/Alzette teilgenommen. Die Pfleger wollen sich mit Hilfe der Gewerkschaften mit allen Mitteln gegen die Abbaupläne bei «Hëllef Doheem» wehren.

Am morgigen Donnerstag werden die Pflegedienst-Angestellten erneut dem Aufruf beider Gewerkschaften folgen und vor der «Hëllef Doheem»-Zentrale in Belair demonstrieren. „Morgen muss ein Startsignal gegeben werden“, so Nora Back. „Der OGBL wird Aktion machen, bis sich in der Angelegenheit etwas bewegt.“

Lesen Sie auch:

OGBL bricht Verhandlungen ab

300 Angestellte protestieren

Hëllef Doheem streicht Jobs und Einrichtungen