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Der Weg zum kritischen Zeitungslesen

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Mit der am Donnerstag in Brüssel lancierten neuen Publikation des ENPA (European Newspaper Publishers’ Association), „What’s your news?“, wollen die europäischen Zeitungsverleger die Medien-Erziehung fördern.

Die Publikation in englischer Sprache, die von der Editpress-Generaldirektorin Danièle Fonck vorgestellt wurde, beleuchtet anhand von in Schulen in 17 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegens initiierten Projekten den Begriff „media literacy“, der als Medien-Erziehung übersetzt werden kann, allerdings eine Medien-Erziehung „im weitesten Sinn“, wie uns Danièle Fonck präzisierte.

Logo" class="infobox_img" />Mit «What’s your news?» wollen Europas Zeitungsverleger die Medien-Erziehung fördern. (Foto: ENPA)

In ihrer Ansprache unterstrich die Editpress-Verantwortliche, die auch die ENPA-Arbeitsgruppe über „media literacy“ leitet, ihre Besorgnis angesichts einer jüngsten Studie der EU-Kommission, derzufolge jeder fünfte Jugendliche im Alter von 15 Jahren sowie zahlreiche Erwachsene nicht fließend lesen könnten – ein Manko, das kürzlich auch in einer OECD-Erhebung bestätigt worden sei.
Dies lasse „den dringenden Bedarf erkennen, die Kompetenzen im Bereich der Medien-Erziehung für die nächsten Generationen zu erweitern“, betonte Danièle Fonck, die auf Französisch den ehemaligen luxemburgischen Premierminister und Kommissionspräsidenten Gaston Thorn zitierte, der bereits seinerzeit versichert habe: „Un peuple mal informé est un peuple qui juge mal“.

Verstehen und kritisch beurteilen

Mit der zunehmenden Fülle von Informationen, die sowohl in den gedruckten als den digitalen Medien erscheinen, sei es in der Tat unerlässlich, nicht nur lesen zu können, sondern das Gelesene auch zu verstehen und kritisch zu beurteilen, erklärte die luxemburgische Journalistin sinngemäß. Denn die Nachrichten-Medien würden den Menschen die Information bieten, „die sie benötigen, um sich voll als kritische Bürger zu engagieren“.

Ähnlich äußert sich EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou, die ursprünglich am Brüsseler ENPA-Treffen teilnehmen sollte, sich jedoch in letzter Minute aufgrund langer Kollegiumsdebatten über die jährlichen Erweiterungsberichte entschuldigen ließ. Medienerzogene Menschen seien besser imstande, „sich kritisch durch die Information durchzuarbeiten, einen Stereotypen zu erkennen, ein soziales Cliché zu isolieren und Fakten von Propaganda zu unterscheiden“, schreibt Vassiliou in einem Vorwort zur ENPA-Publikation, die sie als „Inspirationsquelle“ für all diejenigen bezeichnet, die in Europa für die Förderung der Medien-Erziehung arbeiten.

«Presse in der Schule»

Unter den in „What’s your news?“ beschriebenen Projekten wird auch die Initiative des luxemburgischen Conseil de presse dargestellt, die seit drei Jahren in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium in eine jährliche Woche „Presse in der Schule“ gemündet hat. Dies trage zur Förderung des Bürgerbewusstseins und der sozialen Kohäsion in einem Land bei, das 43 Prozent ausländische Residenten zähle, heißt es zur Luxemburger Initiative.

Der norwegische ENPA-Präsident Ivar Rusdal jedenfalls zeigte sich „leidenschaftlich überzeugt davon, dass die Nachrichtenmedien helfen können, den jungen Leuten die Freude am Lesen zu vermitteln und sie dazu ermutigen, zu gut informierten und aktiv engagierten Bürgern in einer demokratischen Gesellschaft zu werden“.

(Marisandra Ozolins / Tageblatt.lu)