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Demonstranten stürzen Lenin-Statue

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Die Demonstranten in Kiew haben am Sonntag bei ihren Protesten gegen die Regierung eine Statue des sowjetischen Revolutionsführers Wladimir Lenin gestürzt.

Maskierte Unbekannte hätten die Skulptur im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt umgekippt, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Sie hätten die Flagge der nationalistischen Freiheitspartei (Swoboda) geschwenkt und Leuchtgeschosse abgefeuert. Für ukrainische Nationalisten ist Lenin als Begründer der Sowjetunion eine Hassfigur.

In Kiew hatten sich am Sonntag zuvor hunderttausende Gegner von Staatschef Viktor Janukowitsch versammelt, der wegen seiner Moskau zugewandten Politik massiv in der Kritik steht. Unter wirtschaftlichem und politischem Druck Russlands hatte Janukowitsch vor zwei Wochen die geplante Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der EU überraschend abgesagt. Seitdem gibt es in Kiew Massenproteste gegen die ukrainische Regierung. Die pro-europäischen Demonstranten fordern den Rücktritt der Staatsführung.

Merkel will mit Klitschko auftreten

Nach «Spiegel»-Informationen will die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Politiker und Profiboxer Vitali Klitschko durch gemeinsame Auftritte in der Öffentlichkeit zum Oppositionsführer aufbauen.

Klitschko hatte am Samstag zum «Marsch der Million» in Kiew aufgerufen, und diese Zahl wurde nach Angaben der Veranstalter erreicht. Die in der Kälte ausharrenden Demonstranten sangen die Nationalhymne und schwenkten Fahren der Europäischen Union und der Ukraine sowie die schwarz-roten Banner der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), die im Zweiten Weltkrieg vor allem in der Westukraine gegen die Rote Armee und polnische Partisanen kämpfte. die UPA kollaborierte dabei auch mit der deutschen Besatzungsmacht.

Wie der «Spiegel» in seiner jüngsten Ausgabe unter Berufung auf Kreise der Bundesregierung und der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) berichtet, soll nun Klitschko beim kommenden Treffen der EVP-Staats- und Regierungschefs in Brüssel Mitte Dezember in der Runde auftreten und auch ein Gespräch mit Kanzlerin Merkel bekommen. Klitschko steht an der Spitze der Partei Udar (Ukrainische Demokratische Allianz für Reformen, die Abkürzung bedeutet zugleich «Schlag»). Er soll offenbar zum stärksten Herausforderer Janukowitschs bei der für März 2015 angesetzten Präsidentschaftswahl aufgebaut werden.

Logistische Unterstützung von der EVP

Dem Bericht zufolge erhält die Klitschko-Partei derzeit logistische Unterstützung von der EVP und der Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU, unter anderem durch Schulungen für Udar-Parlamentarier und deren Mitarbeiter. Zuletzt hatten sich Merkels außenpolitischer Berater Christoph Heusgen, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und der scheidende Außenminister Guido Westerwelle zu zum Teil vertraulichen Gesprächen mit Klitschko getroffen und ihm Unterstützung zugesagt.