Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) ist nach neuesten Schätzungen in der EU im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent gesunken. Damit war der Rückgang des für die Erderwärmung maßgeblich verantwortlichen Gases noch stärker als 2012 – damals war ein Minus von 1,6 Prozent verzeichnet worden, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Die Luxemburger C02-Emissionswerte sind im Vergleich zu 2012 um 3,7 Prozent zurückgegangen. Insgesamt wurden 9,723 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. 2012 waren es noch 10,1 Millionen Tonnen.
Der CO2-Ausstoß hängt vor allem vom Straßenverkehr und dem Wirtschaftswachstum ab. 2013 war die Wirtschaft der EU lediglich um 0,1 Prozent gewachsen und in der Eurozone sogar um 0,4 Prozent gesunken. Laut Eurostat sank der Ausstoß in zweiundzwanzig EU-Staaten. Besonders stark war der CO2-Rückgang in den Krisenländern Spanien (minus 12,6 Prozent) und Griechenland (minus 10,2 Prozent).
Deutschland hat die Nase vorn
In absoluten Zahlen ging das meiste CO2 in Europa von Deutschland aus in die Luft, nämlich rund 760 Millionen Tonnen. Danach folgen Großbritannien mit 455 Millionen Tonnen und Frankreich mit 346 Millionen Tonnen.
Die CO2-Bilanz ist nicht immer ein direkter Beleg dafür, wer für die klimafeindlichen Emissionen verantwortlich ist. Importiert ein Land zum Beispiel Kohle und macht daraus durch Verbrennung Strom, kommt der CO2-Ausstoß in seine Bilanz. Importiert das Land hingegen Strom aus Kohlekraftwerken eines Nachbarlandes, so werden die Emissionen in dem Nachbarland verzeichnet. Ähnlich verhält es sich mit Luxemburg. Der zum Export verkaufte Treibstoff fließt in die CO2-Bilanz des Landes mit ein.
Nicht immer negativ
Dass sinkende CO2-Werte nicht automatisch ein schlechtes Zeichen für die Wirtschaftslage sind, zeigt das Beispiel Österreich: Die Alpenrepublik ist relativ gut durch die Krise gekommen – und liegt mit einer Kohlendioxid-Verringerung um 2,1 Prozent in etwa im EU-Durchschnitt.
Die EU-Statistiker bezogen sich mit ihren Zahlen auf die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Gas und Öl. Die natürlichen CO2-Emissionen, etwa durch Viehhaltung in der Landwirtschaft, waren nicht einbezogen.
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