Derzeit terrorisieren in mehreren europäischen Länder Jugendlichen als Clowns verkleidet die Bevölkerung. Jetzt gibt es einen erste Fall in Belgien. In Nivelles, nördlich von Charleroi, griffen in der Nacht auf Mittwoch zwei als Clowns verkleidete Männer eine 18-Jährige junge Frau an. Das berichtet die belgiche Zeitung «L’Avenir» am Mittwoch.
Die junge Frau versuchte zunächst vor den beiden Männer zu flüchten. Sie wurde aber festgehalten und geschlagen. Anschließend flüchteten sie. Die Frau kam mit dem Schrecken davon. Sie meldete den Angriff bei der örtlichen Polizei.
Clowns in Luxemburg
Kurz vor Halloween scheinen aggressive Clowns in gleich mehreren Ländern einen Wahn ausgelöst zu haben. Im Netz kursieren Aufrufe von «Clowns-Jägern». Auch in Luxemburg wurden angeblich bereits mehrere gesehen. Offiziell wurde noch nichts bestätigt. Sichtungen gab es in Strassen, an der Mosel in Remich und im Norden von Luxemburg. Die Polizei will jetzt ein Auge auf verkleidete Clowns werfen.
Französische Medien berichten schon vom «Beginn einer Psychose», die Polizei spricht zunächst lediglich von «Gerüchten». Auch wenn es sich um einzelne Fälle handelt, sieht sich die Polizei aber inzwischen gezwungen, vor den gruseligen Clowns zu warnen, die Leuten Angst machen und sie mitunter auch attackieren. Die Strafe für die Übeltäter werde «überhaupt nicht lustig sein», so die Gesetzeshüter im Côte-d’Azur-Département Var in Frankreich.
Gruseliges Phänomen
Die offenbar teils bewaffneten Clowns erinnern an die dunkle und unheilvolle Seite, die der schillernden Figur des zumeist lustigen Spaßmachers in der Literatur und in Filmen nachgesagt wird. Im südfranzösischen Hérault beschädigte ein junger Mann als Clown geschminkt ein Auto. Vor der Justiz gab er dann den sozialen Netzwerken die Schuld. Durch sie sei er auf die Clowns gekommen. Als Beispiel dafür gilt der «Killer Clown» auf einenm YouTube-Kanal.
Irgendwann vor ein paar Wochen setzte das gruselige Phänomen ein. Ein 19 Jahre alter Fleischer-Lehrling bekam im nordfranzösischen Pas-de-Calais eine sechsmonatige Haftstrafe mit Bewährung aufgebrummt. Als Spaßmacher maskiert hatte er in einem öffentlichen Park Kinder gejagt und mit einem Knüppel bedroht. Im südlichen Montpellier erhielt ein Clown eine Strafe, der einen Mann mit einer Eisenstange geschlagen hatte.
Coulrophobie
Es ist also kein Spaß mehr, sondern kann kriminell sein – und Angst machen. Da sollen mehrmals Messer und Äxte geschwungen worden sein, richtige oder Attrappen. Alles scheint mit der bekannten krankhaften Angst vor den Clowns, der sogenannten Coulrophobie, zu spielen, unter der auch Johnny Depp leiden soll.
«Diese üblen Witzbolde sind genauso auf dem falschen Weg wie die Erwachsenen, die sich damit amüsieren, Kindern Angst zu machen», meinte die Regionalzeitung «Les Dernières Nouvelles d’Alsace» am Mittwoch. Sie ist besorgt, weil jetzt «Clowns-Jäger» auf den Plan treten könnten. Andererseits könnten die verkleideten Aggressoren selbst auch nur eine punktuelle Modeerscheinung sein.
Kontrollen in Luxemburg
Die Clowns in der Manege des «großen Internet-Zirkus», so nennt die Zeitung «L’Alsace» das Phänomen. Damit würden die doch weit gesteckten Grenzen der Dummheit noch überschritten. Polizei und Justiz in Frankreich dürften jedenfalls hoffen, dass der Spuk nach Halloween vorbei ist.
In Luxemburg will die Polizei an Halloween am kommenden Freitag verstärkt ein Auge auf verkleidete Clowns werfen. Zahlreich verunsicherte Menschen hatten sich in den vergangenen Stunden bei der Polizei gemeldet und Fragen zu den Harlekinen gestellt.
Zu Demaart











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