Bistum und CSV können sich beglückwünschen, sie haben ihre Vormachtstellung in unserem Land erneut unter Beweis gestellt und der Regierung einen «Kuhhandel» als «gesellschaftliche Revolution» verkauft. Das schreibt am Donnerstag «Libre Pensée Luxembourgeoise». Sie sprechen von einer «Nacht-und Nebelaktion» bei der ausgehandelten «Trennung von Kirche und Staat». Der Freidenkerbund kritisiert, dass es kein Mitspracherecht über ein Referendum sowie eine öffentliche Debatte zu dem Thema gab. Sie vermissen auch, dass es keine «Erwähnung des Rechtes auf Laizität» für die Bürger in der zukünftigen Verfassung gibt.
Es gebe in dem Eratzartikel zwar eine gewisse Neutralität, meint der Verein. Die Religionsgemeinschafte würden aber ihre verfassungsrechtlichen Privilegien behalten. Der Steuerzahler werde auch weiterhin noch viele Jahre die Finanzierung der Religionsgemeinschaften mittragen. Dem Bürger bleibt nur noch die «bittere Hostie zu schlucken», heißt es.
Meinung akzeptieren
«D’Jonksozialisten» begrüßen am Donnerstag das Abkommen. «Mit dem Ersatz der beiden Artikel 22 und 106 für die Verfassung sei der Grundstein für ein laizistischen Staat gelegt worden,» heißt es in einem Schreiben. Auch der geplante Fonds für die Kirchenfabriken sei ein großer Schritt für mehr Transparenz. Sie sprechen von mehr Gerechtigkeit unter den Glaubensgemeinschaften. Die Jungsozialisten fordern die CSV auf, sich einer Verfassungsänderung nicht entgegenzustellen. Sie sollten die Meinung der Mehrheit akzeptieren, heißt es.
Im Rahmen der Verassungsreform sollte der Staat außerdem am großherzoglichen Hof «anklopfen». «Wenn jeder im Land mit weniger Geld auskommen muss, dann soll das auch für die großherzogliche Familie gelten,» heißt es. Sie stellen die Frage, ob in dem Zusammenhang der Artikel 43 noch zeitgemäss sei. Sie sprechen von einer «Abschaffung».
«Religiöse Propaganda»
«Nein zum Kuhhandel zwischen Regierung und katholischer Kirche,» heißt es am Donnerstag von der Kommunistischen Partei. Sie vermissen bei dem Abkommen eine «echte Trennung» von Kirchen und Staat. Die KPL spricht von einem «weiten Weg». Sie kritisieren, dass in den nächsten 20 Jahren (laut Abkommen) die Glaubensgemeinschaften auch weiterhin finanziert würden.
Die Partei moniert, dass in dem Abkommen unter anderem nicht die katholischen Privatschulen und die Einrichtungen der katholischen Amtskirche und ihrer Unterorganisationen erwänhnt wurden. Die KPL füchtet, dass der Werteunterricht unter anderem für religiöse Propaganda genutzt werde.
Die KPL fürchten zudem den Einfluß von klerikalem Personal im geplanten Werteunterricht für alle Schüler. Sie würden unter neuer Etikette Einfluss auf die Schüler nehmen, heißt es. Sie sprechen dabei von «religiöser Propaganda».
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