Majdoub Chani droht eine langjährlige Haftstrafe, sollte das Gericht in Algier ihr für schuldig befinden. Chani ist Luxemburger Staatsbürger mit algerischen Wurzeln. Ihm wird u.a. Korruption im Zusammenhang mit dem Projekt zum Bau einer rund 1200 langen Autobahn vorgeworfen.
Chani, der u.a. von einem Luxemburger Rechtsanwalt, Me Philippe Penning, verteidigt wurde, war bereits im September 2009 inhaftiert worden. Er wirft den algerischen Behörden vor, ihm durch Folter das Eingeständnis abgerungen zu haben.
Der Foltervorwurf soll jedoch nicht Gegenstand der Gerichtsverhandlung sein. Die Anträge der Verteidigung, Geheimdienstmitarbeiter, den Untersuchungsrichter und den Generalsstaatsanwalt vorzuladen, sei zurückgewiesen worden, so «Wort» am Montag. Chanis Verteidigung legte daraufhin am Sonntag, dem ersten Verhandlungstag, das Mandat ab. Laut algerischem Recht darf Chani sich nicht selbst verteidigen und muss auf einen Pflichtverteidiger zurückgreifen, was Chani jedoch ablehnt. Der Prozess wurde um eine Woche ausgesetzt.
Die Autobahn in Algerien kostete bisher umgerechnet 12,1 Milliarden Euro. Der Auftrag ging an ein chinesisches Unternehmen. Dazu sollen jedoch mehrere hundert Millionen Euro Schmiergelder geflossen sein.
Zu Demaart
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