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Am Sonntag fegte ein heftiger Sturm über Teile Luxemburgs. Die Rettungsdienste (112) erhielten über 700 Notrufe. Der Schaden in den Wäldern ist groß. Es erwischte aber auch einige Autos und Häuser. Die Versicherer stöhnen.

Der Sturm traf vor allem den Süden und Südwesten des Landes, mit Spitzengeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern, erklärt Christopher Schuh, Chef des Notrufs, Tageblatt.lu. Er fegte über Pétange-Rodange und traf dann die Region Hobscheid-Steinfort, ehe er sich nach Nordwesten in Richtung Bissen und Ettelbrück bewegte.

Zwischen 18.10 Uhr und 21.00 Uhr gingen 722 Aurufe bei der Notrufzentrale 112 ein. 220 Anrufe erreichten die Polizeizentrale (113). Die Rettungsdienste mussten 164 Mal ausrücken. Oft waren umgefallene Bäume der Grund. Es wurden aber auch überschwemmte Keller, abgedeckte Dächer und weggefegte Zäune gemeldet. In zwei Fällen waren sogar Bäume auf die Autobahn (A13 und A6) gefallen. Sie wurden zusammen mit der Straßenbauverwaltung weggeräumt, so Schuh. Sechs Autos wurden unter umstürzenden Bäumen begraben. Verletzt wurde hierbei glücklicherweise niemand. In Schouweiler und in Steinsel mussten Volksfeste zeitweise wegen des Sturms unterbrochen werden.

Auf der landwirtschaftlichen Messe in Ettelbrück wurden durch herumfliegende Objekte vier Personen leicht verletzt. Eine Person erlitt schwere Verletzungen, als sie von einem Baum getroffen wurde. Durch den Donner und den Blitz wurde ein Pferd scheu und brach aus. Es fiel in die Alzette und musste von der Feuerwehr aus dem Wasser gerettet werden. Das Ross sei aber wohlauf, beruhigt Christopher Schuh.

Straßen wurden blockiert

Die Schäden in den betroffenen Wäldern sind hoch, heißt es. In Simmern fielen viele Bäume dem Wind zum Opfer. Auch ein der Region um Hobscheid wurden etliche Bäume entwurzelt. Einige davon versperrten am Montagmorgen immer noch die Straßen. Idem im Finsterthal, wo auch eine Hauptstraße blockiert ist. Absolute Priorität hat dann auch das Räumen der Bäume und Äste von den Verkehrswegen, betont Claude Bisenius, Förster in Boewingen. Er rät auch, in den nächsten Tagen die Waldwege zu meiden. Im Augenblick sei man dabei, sich ein genaues Bild der Schäden und Risiken zu machen. Das Holz, das weggeräumt wird, wird vermessen und anschließend versteigert, so der Förster.

Nicht glücklich sind auch die Versicherungsgesellschaften. Marc Hengen, Direktor der ACA (Association des compagnies d’assurances et de réassurances) sagte gegenüber Tageblatt.lu, dass das Strumrisiko von der Wetterlage abhängt, aber derlei Ereignisse glücklicherweise relativ selten sind. Wenn aber ein Strum über Luxemburg fegt, wird es meist teuer für die Versicherer.

Sturm ist nicht gleich Sturm

Sturm ist aber nicht gleich Sturm. Um als Sturm eingestuft zu werden, muss der Wind Geschwindigkeiten von mindestens 100 Stundenkilometern erreichen oder erheblichen Schaden anrichten. Die Böen am Sonntag hatten teilweise eine Geschwindigkeit von über 120 Stundenkilometern. Es handelte sich also um einen Strum, so Hengen.

Es gibt zwei große Versicherungen gegen Sturmschäden. Zuerst kann man sein Haus gegen Strumschäden versichern lassen. Im Rahmen der Feuerversicherung werde oft eine Sturmschäden-Versicherung angeboten. Darin seien Sturm- und Hagelschäden enthalten, so Marc Hengen. Sie decke aber nur die direkten Schäden an den Gebäuden ab, wie weggewehte Dachziegel, Bäume die auf das Haus fallen usw. Dabei werden auch die Schäden abdeckt, die zum Beispiel herunterfallende Dachziegel beim Nachbarn verursachen. Wenn ein Baum jedoch umknickt und den Nachbargarten beschädigt, wird das nicht von der Sturmversicherung übernommen. Dann wird der Schaden oft zwischen beiden Nachbarn durch die Haftpflicht geregelt.

Vollkasko

Wenn ein Ast auf ein geparktes Auto fällt, spielt die Autoversicherung. Aber nur im Fall wo eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen wurde. Im Fall, wo das Fahrzeug nicht von einer Kasko-Versicherung geschützt wird, muss der Fahrzeugbesitzer selber für den Schaden aufkommen, es sei denn das Dossier kann über die Haftpflicht abgewickelt werden.

Sturmopfer sollen sofort ihre Versicherungsgesellschaft kontaktieren, betont Marc Hengen. Fotos vom Schaden zu machen sei immer hilfreich. Der Handwerker erstellt dann einen Kostenvoranschlag, was die Reparatur des Daches zum Beispiel kostet. Dieser wird dann von einem Versicherungsgutachter analysiert und gutgeheißen. Dann können die Arbeiten beginnen. Wichtig sei aber vor allem, umgefallene Bäume sofort wegzuräumen und Löcher im Dach sofort zu schließen, um weitere Schäden oder Unfälle zu vermeiden, rät Hengen.