In ihrem Artikel „Sex redefined“ in der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift nature schreibt Claire Ainsworth, dass die Vorstellung, es gäbe nur zwei Geschlechter, zu vereinfacht sei und Biologen nun in einem breiteren Spektrum denken würden. Mit anderen Worten: Es gibt nicht nur Frauen und Männer. Welchem Geschlecht man sich zurechnet, ist nicht unbedingt mit Chromosomen, Hormonen oder körperlichen Merkmalen verbunden. Gender hat auch mit gesellschaftlichen Entwicklungen, Kultur und letztendlich vor allem persönlichem Empfinden zu tun.
Personen, die aus anatomischer, genetischer oder hormoneller Sicht nicht eindeutig als weiblich oder männlich eingeordnet werden können, werden als intergeschlechtlich bezeichnet. Häufig werden betroffene Kinder operiert und einem bestimmten Geschlecht zugewiesen. In Luxemburg spricht die Regierung seit geraumer Zeit von einem Gesetz, das chirurgische Eingriffe verhindern soll, wenn ein intergeschlechtliches Kind gesund ist. Viel hat sich in diesem Dossier noch nicht getan, doch das Gesundheitsministerium versichert, dass noch vor Jahresende ein entsprechender Text dem Parlament vorliegen soll.
Der Begriff Nicht-Binarität hat nichts mit biologischen Merkmalen zu tun. Er bezieht sich auf Personen, die sich nicht in das zweigeteilte Geschlechtersystem von Frau und Mann einordnen. Man spricht auch von „genderqueer“. Das kann sich auf unterschiedliche Weise ausdrücken: Agender, eine Unterteilung des nicht-binären Spektrums, bedeutet, geschlechtslos zu sein. Bei genderfluiden Menschen kann das Geschlecht ändern – Kim* erzählt, dass dies im Laufe von Monaten erfolgen kann, aber es sich manchmal auch nur um Stunden handelt. Es gibt noch viele weitere Untereinteilungen: Ein Demiboy beispielsweise identifiziert sich nur zum Teil als Mann.
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