10 bis 15 Prozent der erwarteten Ernte ist bisher eingenommen, schätzt Versis-Direktor Georges Hilger. Es handelt sich dabei vor allem um Wintergerste. Alles was noch kommen soll, nimmt sich nicht so gut aus, sagt er. Am Montag trafen sich Landwirtschaftsvertreter mit Agrarminister Romain Schneider in Mersch zur alljährlichen Ernte-Zwischenbilanz.
Das Wetter hat den Landwirten arg zugesetzt. Weizen und die andren Getreidearten hätten im Mai/Juni unter den ungünstigen Witterungsverhältnissen gelitten, so Hilger. Geringe Niederschläge im Frühjahr und im Frühsommer wirken sich nun auf die
Getreideernte aus. Vor allem im Norden und Osten des Landes sei es sehr trocken gewesen.
Man rechne mit einem Ernteausfall von 20 bis 25 Prozent. Statt der üblicherweise 80.000 Tonnen Weizen, Gerste, Hafer und Raps werde man wohl auf höchstens 65.000 Tonnen kommen, so Hilger gegenüber tageblatt.lu.
Probleme bereite den Landwirten auch das ausgehende Grundfutter für die Tiere. Das Futter müsse dann für teures Geld gekauft werden. Die Preise für diese Futtermittel hätten sich in der Zwischenzeit verdoppelt, so Hilger.
Spekulanten treiben Getreidepreise in die Höhe
Zwar sind die Getreidepreise auf den Märkten gestiegen. Doch könnten sie den Ernteausfall keineswegs kompensieren, betont Hilger. Andererseits würden höhere Preise jene Höfe zusätzlich belasten, die Körner zur Verfütterung kaufen müssen. Insgesamt braucht das Land rund 130.000 Tonnen. Bei einer Eigenproduktion von 80.000 Tonnen in normalen Jahren müssen knapp 50.000 Tonnen importiert werden.
Die anziehenden Preise erklärt Hilger damit, dass Nahrungsmittel zunehmend in den Blick der internationalen Spekulation gerate.
Den Bauern bleibt nur noch auf günstige Witterungsbedingungen für die weitere Ernte zu hoffen. Damit die Ausfälle auf ein Minimum begrenzt bleiben.
lmo
Zu Demaart
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