72 % der Befragten befürworten eine stärkere Überwachung der wichtigsten internationalen Finanzgruppen durch die EU, so die EU-Kommission, die die Ergebnisse der Untersuchung am Donnerstag veröffentlichte. In Luxemburg sprechen sich 78 Prozent für eine stärkere Kontrolle aus.
Den meisten Befragten seien sich laut EU-Kommission bewusst, dass sich die EU-Mitgliedstaaten ihr öffentliches Defizit unverzüglich reduzieren müssten : 74 Prozent. Luxemburg liegt mit 71 Prozent unter diesem Mittelwert. Spitzenreiter bei der Beantwortung dieser Fragen sind die Schweden mit 85 Prozent, die Ungarn mit 84 Prozent, die Deutschen mit 83 Prozent und die Belgier mit 83 Prozent. In Frankreich sehen nur 65 Prozent der Befragten dringenden Handlungsbedarf.
Andererseits jedoch sind 46 % der Europäer dafür, die Wirtschaftstätigkeit durch öffentliche Verschuldung anzukurbeln (36 % sind dagegen, 18 % haben keine Meinung). Betrachtet man die 16 Länder der Eurozone, fällt dieses Ergebnis anders aus: 42 % sprechen sich gegen, 41 % für eine Verschuldung des Staates aus.
Wenig Vertrauen in die nationalen Regierungen
Die EU gewinnt in den Augen ihrer Bürger an Bedeutung. 26 % sind der Ansicht, dass nicht die USA oder die G20, sondern die EU am wirkungsvollsten gegen die Krise vorgehen kann (+4 gegenüber Herbst 2009) – noch vor der eigenen Landesregierung. Das Vertrauensdefizit ist am stärksten in Belgien. 39 Prozent vertrauen der EU, gegenüber 10 Prozent für die Brüsseler Regierung. Auch in Luxemburg setzen mehr Bürger auf die EU als auf die Schwarzrote Koalition: 33 Prozent gegen 14 Prozent. Am wenigsten Vertrauen in die eigene Regierung haben mit 7 Prozent die Tschechen, während die Rumänen mit 42 Prozent auf die Mannschaft in Bukarest.
Immer stärker wird auch der Wunsch nach einer besseren Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik auf EU-Ebene: 75 % der Bürgerinnen und Bürger wollen mehr wirtschaftspolitische Steuerung in Europa (+2 gegenüber Herbst 2009 und +4 gegenüber Februar 2009). Am deutlichsten ist dieser Wunsch in der Slowakei (89 %), in Belgien und in Zypern (je 87 %). In Luxemburg sind es noch 81 Prozent (+ 6).
Bei der Umfrage im Mai wurden 26 641 Personen in den 27 EU-Mitgliedstaaten befragt. In Luxemburg waren es 505 Personen.
lmo
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